Baugesuche können bald digital eingereicht werden

Kanton Bern

Nach einer ersten Testphase kommt «eBau» bald für den ganzen Kanton Bern: Bis Ende Jahr können Baugesuche fast überall elektronisch gestellt werden.

Im Kanton Bern wird es bis Ende Jahr fast überall möglich, Baugesuche elektronisch einzureichen. Ein Pilotbetrieb in zehn Gemeinden des Verwaltungskreises Emmental ist erfolgreich verlaufen, so dass das Verfahren auf das ganze Kantonsgebiet ausdehnt wird.

Wie die bernische Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) am Mittwoch mitteilte, können Bauwillige ihr Baugesuch ab Juli in den Verwaltungskreisen Emmental und Oberaargau per E-Mail abschicken. Im August folgen die Verwaltungskreise Frutigen-Niedersimmental und Obersimmental-Saanen.

Die Kreise Interlaken-Oberhasli und Seeland führen «eBau», wie das Verfahren abgekürzt heisst, im September ein. Im Berner Jura und dem Verwaltungskreis Biel ist dies im Oktober der Fall. Die Kreise Thun und Bern-Mittelland folgen im November respektive im Dezember.

Einzig bei Gemeinden, die eine eigene elektronische Baubewilligungslösung haben und diese an «eBau» anbinden wollen, erfolgt die Einführung nach einer separaten Planung im Verlauf des Jahres 2020.

Wer ein Baugesuch in Papierform einreichen will, kann das weiterhin tun. Das sagte Bruno Mohr, Gesamtprojektleiter elektronisches Baubewilligungsverfahren im kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), auf Anfrage. In den zehn Emmentaler Pilotgemeinden wurden seit Sommer 2018 mehr als hundert Baugesuche elektronisch eingereicht und von den Behörden behandelt.

Schneller, billiger und ökologischer

Von der Einführung des elektronischen Baubewilligungsverfahrens erhofft sich die Kantonsverwaltung schnellere, wirtschaftlichere und ökologischere Prozesse. Für die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller werde das Erfassen der Angaben mit «eBau» einfacher, sagt die JGK: Die Unterlagen müssten nicht mehr per Post hin und her geschickt werden. Gesuchsteller werden vom System auf fehlende Angaben oder Unterlagen aufmerksam gemacht und können nur vollständige Baugesuche einreichen.

Etwa 20'000 Baugesuche werden im Kanton Bern pro Jahr eingereicht. Damit verbunden sind etwa 350'000 Postsendungen mit rund 28 Millionen Seiten Papier. Den Spareffekt schätzte die JGK in einer Mitteilung vom März 2018 auf 3,5 Millionen Franken pro Jahr. Die «eBau»-Software, auf welche der Kanton Bern setzt, wird laut Bruno Mohr in neun weiteren Kantonen verwendet.

In Übergangsfrist auch Papier nötig Auch wer Baugesuche ab Juli elektronisch einreicht, muss in einer Übergangsphase die Unterlagen noch in zwei Exemplaren auf Papier unterschrieben einreichen. Und die Baubehörden müssen in der Übergangsfrist den Bauentscheid in jedem Fall noch in Papierform versenden.

Ziel des Kantons Bern ist aber, dereinst alle Gesuche vollständig digital zu erfassen und abzuwickeln. Voraussetzung dafür ist aber, dass das Baugesetz entsprechend angepasst wird, wie die JGK im März 2018 bekanntgab.

Ob es auch nach der Gesetzesänderung möglich sein werde, Baugesuche in Papierform abzugeben, werde der Grosse Rat entscheiden müssen, sagt Gesamtprojektleiter Mohr. Auf die Frage, ob mit «eBau» wirklich Papier gespart werde, antwortet er, es brauche auf den Verwaltungen eine gewisse Anpassung.

Ziel sei, dass die Verantwortlichen Pläne und andere Unterlagen tatsächlich digital konsultierten und diese nicht selber ausdruckten.

sda

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