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Bern holt langsam auf

Der viel gescholtene Kanton Bern mausert sich im Finanzausgleich: Mittlerweile erhalten sieben Kantone mehr Geld.

Von 1,3 auf 1,2 Milliarden Franken: In absoluten Zahlen ist der Kanton Bern wegen seiner Grösse weiterhin der gewichtigste Bezüger.
Von 1,3 auf 1,2 Milliarden Franken: In absoluten Zahlen ist der Kanton Bern wegen seiner Grösse weiterhin der gewichtigste Bezüger.
Keystone

Der Kanton Bern ist nur noch der achtgrösste Geldbezüger im nationalen Finanzausgleich (NFA). Dies zeigen die neuen Zahlen für 2019, die der Bund am Dienstag ver­öffentlicht hat. Pro Einwohner gerechnet erhalten diese Kantone mehr Geld (in dieser Reihenfolge): Jura, Wallis, Uri, Glarus, Solothurn, Graubünden und Freiburg. Im Vergleich zum Vorjahr fiel vor allem Solothurn ­zurück.

In absoluten Zahlen ist Bern wegen seiner Grösse weiterhin der gewichtigste Bezüger: Sein Betrag reduziert sich von 1,3 auf 1,2 Milliarden Franken. Die grössten Zahlerkantone bleiben Zug, Schwyz und Nidwalden. Insgesamt zahlt Zürich am meisten, es sind neu rund 487 Millionen. Der weitaus grösste Beitrag stammt vom Bund (3,4 Milliarden Franken).

Spektakulär ist der Aufstieg des Kantons Obwalden, den die neuen Zahlen illustrieren. Als die Schweiz 2008 den NFA einführte, war Obwalden der zweitärmste Kanton. Nur in Uri waren die relevanten Werte – Löhne, Vermögen und Firmengewinne – noch kleiner.

Heute belegt Obwalden den 7. Platz aller Kantone, haarscharf hinter Zürich. Direkte ­Folge: 2008 hat der Kanton 62 Millionen Franken aus dem NFA erhalten, 2019 muss er über 7 Millionen einzahlen. Obwalden mutiert vom Nehmer zum Geber.

Der Hintergrund: Die Obwaldner setzten ab 2006 eine Reihe von Steuersenkungen um. Das wirkte offenbar, Unternehmen und Gutbetuchte zogen zu. Dank ihnen nahm der Kanton trotz den Steuersenkungen mehr Geld ein als zuvor.

Gleichzeitig ist mit den neuen Steuerzahlern die Finanzkraft des Kantons im NFA ge­stiegen. Jahr für Jahr erhielt Obwalden weniger Geld vom Bund und von den anderen Kantonen.

Die Bilanz ist durchzogen. Bisher sind die Verluste im NFA grösser als die Zugewinne bei den Steuern. Obwalden kann für sich in Anspruch nehmen, auf eigenen Beinen zu stehen. Doch um die Finanzlage steht es nicht gut. Im Frühjahr hat der Kantonsrat ein Paket mit Sparmassnahmen und Steuererhöhungen beschlossen, das im September an die Urne kommt.

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