Berner BDP will ihren Ständeratssitz mit Beatrice Simon verteidigen

Die Delegierten der BDP Kanton Bern haben am Mittwochabend in Lyss Regierungsrätin Beatrice Simon als Kandidatin für den Ständerat nominiert. Auch für den Nationalrat kandidiert die bernische Finanzdirektorin.

Die Nomination war nur noch Formsache: Beatrice Simon wurde von den BDP-Delegierten einstimmig für den Ständerat nominiert (Archivbild).

Die Nomination war nur noch Formsache: Beatrice Simon wurde von den BDP-Delegierten einstimmig für den Ständerat nominiert (Archivbild).

(Bild: Andreas Blatter)

Die Delegierten nominierten Simon einstimmig und mit einer «Standing Ovation». Die Nomination war nur noch Formsache. Die 58-Jährige Seeländerin ist eine BDP-Frau der ersten Stunde. Nach der Abspaltung der BDP von der SVP im Jahr 2008 war Simon die erste Präsidentin der BDP Kanton Bern. 2010 wurde sie in den Regierungsrat gewählt, wo sie seither der Finanzdirektion vorsteht.

Nach einem fulminanten Start musste die BDP in den vergangenen Jahren hartes Brot essen, auf nationaler und kantonaler Ebene. Bei den kantonalen Wahlen 2014 büsste die Mittepartei auf einen Schlag rund die Hälfte ihrer Sitze im Grossen Rat ein. Vier Jahre später ging nur ein Sitz verloren, die von vielen vorausgesagte Pleite blieb aus.

Nun treten mit Ständerat Werner Luginbühl und Nationalrat Hans Grunder zwei Gründungsmitglieder der Partei von der Politbühne ab. Die Kohlen aus dem Feuer holen soll jetzt Beatrice Simon.

Täuschungsmanöver der «Klassenbesten»?

Sollte Simon die Wahl in den Ständerat schaffen, wird sie ihr Regierungsratsmandat abgeben. Und dies obschon sie bei den kantonalen Wahlen als «Klassenbeste» für vier Jahre wiedergewählt wurde. Damit täusche sie ihre Wähler, wurde Simon kritisiert.

Ob die BDP ohne Simon ihren Sitz in der Berner Regierung halten kann, ist mehr als offen. Was passiert, wenn Simon nicht in den Ständerat, aber in den Nationalrat gewählt wird, war bis am Mittwochabend ebenfalls unklar.

Verschiedentlich wurde spekuliert, Simon würde der Partei nur als Stimmensammlerin dienen und im Falle einer Wahl das Nationalratsamt gar nicht antreten.

Sie habe sich die beiden Kandidaturen sehr gut überlegt, sagte Simon am Mittwochabend vor den Delegierten. Vor den Delegierten machte Simon auch klar, dass für sie die Ständeratswahl im Vordergrund steht. Aber: «Ich würde auch eine Wahl in den Nationalrat annehmen», machte sie klar.

Gründergeneration auf dem Absprung

Weil nach und nach die Gründergeneration der BDP abtritt, versucht sich die Partei zu erneuern. Präsidiert wird die BDP aktuell vom 27-jährigen Grossrat Jan Gnägi. Für die Nationalratswahlen tritt die Junge BDP mit einer eigenen Liste an. Die Kandidierenden wurden am Mittwochabend einstimmig nominiert.

Auf der BDP-Stammliste für die Nationalratswahlen finden sich die beiden bisherigen Nationalräte Lorenz Hess und Heinz Siegenthaler. Neben zahlreichen Grossratsmitgliedern finden sich auf der BDP Liste auch der Kulturschaffende Martin Lüthi, vielen besser bekannt als Heinrich Gartentor.

Weiter findet sich auch die ehemalige Telebärn-Moderatorin Michelle Renaud auf dem Ticket. Die Delegierten nominierten die Nationalratskandidierenden mit Applaus.

Die Nationalratsfraktion der BDP zählt heute sieben Mitglieder. Damit liegt sie knapp über der erforderlichen Zahl von fünf Mitgliedern, um eine Fraktion zu bilden.

chh/sda

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