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Türsteher werden strenger kontrolliert

Am 1. Januar tritt das neue Berner Security-Gesetz in Kraft. Dann benötigen die über 100 privaten Sicherheitsfirmen im Kanton Bern eine Bewilligung.

Private Sicherheitsfirmen benötigten bislang keine Bewilligung. Dies ändert sich ab dem 1. Januar.
Private Sicherheitsfirmen benötigten bislang keine Bewilligung. Dies ändert sich ab dem 1. Januar.
Valérie Chételat

Wer darf neben der Polizei welche Sicherheitsdienste anbieten? Im Umgang mit dieser Frage herrscht in der Schweiz Wildwuchs. Der Kanton Bern zieht nun die Schraube an. Per 1. Januar 2020 tritt ein neues Gesetz in Kraft, das der Grosse Rat Mitte 2018 beschlossen und für das der Regierungsrat nun die Details geregelt hat.

Kernstück ist, dass private Sicherheitsfirmen neu eine Bewilligung benötigen. Derzeit sind über 100 Sicherheitsdienste im Kanton aktiv. Die Firmen und ihre Mitarbeitenden müssen nun bestimmte Anforderungen und Pflichten erfüllen, zum Beispiel bei der Aus- und Weiterbildung. Überprüft werden auch allfällige Strafregistereinträge.

Grössere Sicherheitsdienste begrüssen auf Anfrage die neuen Regelungen, bemängeln sie aber auch als unzureichend: Bei Securitas heisst es, die Vorgaben seien gut, aber als landesweit tätiges Unternehmen sei man an einer nationalen Lösung interessiert. Im Grossen Rat hatten BDP und die Mehrheit der SVP vergeblich versucht, das aus ihrer Sicht unnötige Gesetz noch zu verhindern. Die angestrebte Regelung auf Bundesebene sei weit sinnvoller, der Kanton Bern brauche keine Insellösung. Die SP dagegen wollte einen Schritt weiter gehen und die einzelnen Mitarbeiter der Sicherheitsdienste zu einem Eignungsnachweis verpflichten.

So sagt nun auch Pesche Widmer, Geschäftsleiter und Präsident des Verwaltungsrates von Broncos Security, leider beschränke sich die Regelung auf Firmen und gehe klar zu wenig weit. «Wie im Westschweizer Konkordat sollten alle Mitarbeitenden von Sicherheitsfirmen eine persönliche Bewilligung benötigen. Nur damit wäre eine vollständige Kontrolle der schwarzen Schafe möglich», sagt Widmer. Er befürchtet, dass eine Falschdeklaration der Mitarbeiterzahl und Schwarzarbeit weiterhin möglich seien.

Der Kanton betont allerdings, dass auch für das Sicherheitspersonal von Gastgewerbebetrieben, wie beispielsweise Türsteherinnen und Türsteher, neu vergleichbare gesetzliche Anforderungen gelten würden. Das Gastgewerbegesetz sei entsprechend geändert worden. Die Unternehmen haben zwei Jahre Zeit, sich an die neuen Vorgaben anzupassen.

SDA/jw

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