Berner SP peilt Wähleranteil von 23 Prozent an

Die Berner SP hat am Freitag ihre Wahlziele für die eidgenössischen Wahlen im Oktober präsentiert.

David Stampfli (Grossrat), Ueli Egger (Grossrat und Co-Präsident SP Kanton Bern), Mirjam Veglio (Grossrätin, Co-Präsidentin SP Kanton Bern) und Tanja Bauer (Grossrätin) (von links) präsentieren am Freitag in Bern Wahlkampfstrategie und Wahlziel.

David Stampfli (Grossrat), Ueli Egger (Grossrat und Co-Präsident SP Kanton Bern), Mirjam Veglio (Grossrätin, Co-Präsidentin SP Kanton Bern) und Tanja Bauer (Grossrätin) (von links) präsentieren am Freitag in Bern Wahlkampfstrategie und Wahlziel.

(Bild: SP Kanton Bern/zvg)

Die Berner SP will bei den Nationalratswahlen einen Wähleranteil von 23 Prozent erreichen und mindestens die sechs Sitze in der grossen Kammer verteidigen. Die Partei sieht sich nach dem Gewinn zweier kantonaler Referenden gestärkt.

Dem Wahlziel von 23 Prozent - rund drei Prozentpunkte mehr als 2015 (19,7) - blicke man «voller Zuversicht» entgegen, erklärte SP-Co-Präsident Ueli Egger am Freitag vor den Medien in Bern. Egger verwies dabei auf die gewonnenen Referenden zum kantonalen Steuergesetz sowie zum Sozialhilfegesetz.

Nicht nur in den Städten und Agglomerationen, sondern auch auf dem Land, scheine sich die Erkenntnis durchzusetzen, «dass Steuersenkungen kombiniert mit Abbau von Service Public und Sozialleistungen» kein taugliches Mittel seien, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Die SP setzt im Wahlkampf auf die Kernthemen Gleichstellung, Prämien-Entlastung im Gesundheitswesen, ökologischer Umbau beim Klimawandel sowie den Schutz älterer Arbeitnehmenden. Eine Erhöhung des Rentenalters lehnt die Partei ab.

Gestärkt aus den Grossratswahlen 2018

Mit dem angestrebten Wähleranteil von 23 Prozent knüpft die SP an die Ergebnisse der letzten Grossratswahlen vom März 2018 an, bei denen die Partei - im Vergleich zu 2014 - um rund drei Prozentpunkte zulegen konnte und fünf Sitze im Kantonsparlament dazugewann.

Ein Zuwachs beim Wähleranteil gegenüber den Nationalratswahlen 2015 ist umso wichtiger, weil der Kanton Bern einen Sitz in der Grossen Kammer verliert und neu nur noch 24 Nationalräte stellen darf.

Für die Nationalratswahlen tritt die SP erneut mit vier Listen an: einer Frauen-, einer Männer-, einer Internationalen und einer Juso-Liste. Von den sechs Bisherigen treten fünf wieder an: Matthias Aebischer, Corrado Pardini, Adrian Wüthrich bei den Männern sowie Nadine Masshardt und Flavia Wasserfallen bei den Frauen.

Man sei gespannt, wer den freiwerdenden Sitz von Margret Kiener Nellen auf der Frauenliste erobern werde, sagte Vizepräsidentin und Kampagnenleiterin Tanja Bauer. «Aus Fairness geben wir aber keine Prognosen ab.»

Gute Chancen auf den Sitz von Kiener Nellen darf sich die abtretende Juso-Präsidentin und SP-Grossrätin Tamara Funiciello ausrechnen - sofern die SP die sechs bisherigen Sitze halten kann.

420'000 Franken Wahlkampfbudget

Für die Nationalratswahlen setzt die SP ein Budget von 420'000 Franken ein. Davon fliessen je ein Viertel in Wahlprospekte und die Basiskampagne. Ein Achtel sei noch offen und der Rest werde zu gleichen Teilen für Plakate, Online-Werbung und Portospesen verwendet, hiess es.

Wieviel die einzelnen Kandidierenden für ihren individuellen Wahlkampf ausgeben, konnte die SP-Leitung auf Nachfrage nicht beziffern. Klar sei aber, dass jeder fünf Prozent seiner Wahlkampfausgaben an die Kantonalpartei abgeben muss, sagte Egger. Im Gegensatz zu anderen Parteien sei der Wahlkampf bei der SP grösstenteils zentral finanziert - dies durch Mitgliederbeiträge, Mandatssteuern und überwiegend kleine Spenden.

Im Wahlkampf setzt die Partei sowohl auf direkten Kontakt auf der Strasse wie auch auf die Präsenz auf Social Media. Sobald das Wahlmaterial bei den Bürgerinnen und Bürgern eingetroffen sei, werde man - wie vor vier Jahren - zum Telefonhörer greifen, sagte Kampagnenleiterin Bauer. Ebenfalls geplant sei der Versand von Postkarten.

tag/sda

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