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Café Crème: Trotz Preisanstieg in Bern am günstigsten

Im Kanton Bern ist der Durchschnittspreis für den Café Crème um vier Rappen gestiegen. Rappen auf 4,13 Franken. Im Vergleich kommen die Berner aber immer noch gut davon – und dafür gibt es einen speziellen Grund.

Der Café Crème im Kanton Bern wird etwas teurer.
Der Café Crème im Kanton Bern wird etwas teurer.
Keystone

Die Deutschschweizer Cafébetreiber servieren den Café Crème im Schnitt für 4,13 Franken. Der Preis ist im Vergleich zum Vorjahr um 2 Rappen gestiegen. Viele Betriebe haben die Preise seit Jahren nicht mehr angehoben. Wegen der steigenden Kosten dürfte die Tasse aber bald teurer werden.

Den höchsten Durchschnittspreis in der Statistik, die der Branchenverband Cafétier Suisse am Montag herausgab, weist die Stadt Zürich mit 4,36 Fr. auf. Dort ist der Preis pro Café Crème in einem Jahr um 4 Rappen gestiegen. Der günstigste Durchschnittspreis hat nach wie vor Bern mit 3,90 Franken (4 Rappen). Damit ist Bern die einzige Region mit einem Durchschnittspreis unter 4 Franken. In den Vorjahren waren die Berner Konsumenten von Preisanstiegen mehrheitlich verschont geblieben.

Nähe zur Romandie

Der tiefe Preis in Bern erkläre sich aus der Nähe Berns zur Romandie, sagt Cafetier-Suisse-Präsidentin Johanna Bartholdi . In der französischsprachigen Schweiz ist ein Café Crème generell günstiger als in der Deutschschweiz. In Bern sind es die Region Biel-Seeland und das Juragebiet, die den Durchschnitt drücken. «Im Berner Oberland zahlt man etwa so viel wie in Luzern», sagt Johanna Bartholdi.

Der Branchenverband hat die Preise von 500 Cafés, Caféterien, Café-Bäckereien und Café-Bistros in der deutschsprachigen Schweiz und im französischsprachigen Teil des Kantons Bern verglichen. In der Romandie lassen sich die Café-Betreiber in der Regel von Gastrosuisse vertreten. Wie die Erhebung von Cafetier Suisse zeigt, finden sich aber in jedem Teil der Deutschschweiz Betriebe, die eine Tasse Café Crème für weniger als vier Franken anbieten. Die Spanne der günstigsten Angeboten liegt bei 3,20 bis 3,80 Franken. Analog zur Gesamtstatistik ist der höchste Tiefstpreis in der Stadt Zürich, der günstigste in Bern.

Zurückhaltung bei Aufschlägen

Die happigsten Preisaufschläge gab es bei einem Pächterwechsel oder wenn ein Betrieb ein neues Konzept einführte. Allerdings haben 2013 knapp 80 Prozent der Betriebe den Preis unverändert belassen. Auch in den vergangenen Jahren waren waren die Cafétiers generell zurückhaltend gewesen mit Aufschlägen, um die Kundschaft nicht zu vergraulen: 2010 hatten 79 Prozent auf einen höheren Preis verzichtet, 2011 46 Prozent und 2012 wiederum 79 Prozent.

Preisabschläge gab es in einem Sechstel der Betriebe. Der Café ist dort im Schnitt um 10 bis 20 Prozent günstiger geworden. Laut Verbandspräsidentin Johanna Bartholdi führt ein Preisabschlag aber meist nicht dazu, dass ein Café mehr Kaffee verkauft.

Wirtschaftlicher Druck

«Seit vier Jahren gibt es in der Preisgestaltung eine grosse Zurückhaltung», sagte Johanna Bartholdi. Dies verdeutliche die schwierige Lage des Gastgewerbes. Mit dem vollen 13. Monatslohn in der Gastrobranche stiegen die ohnehin schon hohen Personalkosten. Daher dürfte es zu einem Preisanstieg bei der Tasse Café Crème kommen.

«Betriebe, die nicht aufgeschlagen haben, spüren einen Nachholbedarf von 5 Rappen pro Jahr, in dem sie den Preis nicht verändert haben.» Die Preisgestaltung sei aber Angelegenheit jedes Cafétiers. Die Betreiber überlegten sich genau, ob sie mit dem Preis hochgehen sollten, sagte Bartholdi. Einige Betriebe würden aber aus rein wirtschaftlichen Gründen die Preise erhöhen, vor allem in den Städten, wo der wirtschaftliche Druck höher sei als auf den Land.

Migros und Coop behalten Preise bei

Eine Umfrage bei Café Crème-Anbietern in der Region Bern zeigt, dass zumindest in den ersten Monaten des nächsten Jahres noch nicht mit einer weiteren Preiserhöhung zu rechnen ist. Bei Coop kostet ein Café Crème weiterhin 3.10 Franken, bei den Migros-Restaurants 3 Franken.

Auch bei Mani's Coffee & Wine Bar in Thun (4 Franken), dem Weissen Kreuz in Lyss (4 Franken) und beim B5 to go in Burgdorf (ebenfalls 4 Franken) ist nicht geplant, den Preis anzuheben. Das Adriano's in Bern verzichtet gemäss Geschäftsführer Sascha Müller in den kommenden Jahren auf eine Preiserhöhung: «Wir haben dieses Jahr den Preis erstmals seit zehn Jahren angehoben (von 4.20 auf 4.50 Franken), dabei bleibt es jetzt aber auch.»

(SDA)

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