Die Regierung will sich für Nachtzüge einsetzen

Zwei SP-Grossrätinnen und ein SP-Grossrat fordern die Berner Regierung auf, sich für Nachtzugverbindungen ab Bern einzusetzen. Dies sei ökologisch sinnvoller als eine Unterstützung des Flughafens Belp.

Seit 2013 gibt es keine Nachtverbindungen ab Bern. Dadurch ist die Bundeshauptstadt schlechter ans internationale Nachtzugnetz angeschlossen als Basel und Zürich (Bild).

Seit 2013 gibt es keine Nachtverbindungen ab Bern. Dadurch ist die Bundeshauptstadt schlechter ans internationale Nachtzugnetz angeschlossen als Basel und Zürich (Bild).

(Bild: Reto Oeschger)

In einer Motion forderten Tanja Bauer (Wabern), Tamara Funiciello (Bern) und Hervé Gullotti (Tramelan) die Berner Regierung auf, sich für Nachtzugverbindungen von Bern nach ganz Europa einzusetzen. Solche gibt es seit 2013 nicht mehr. Der Kanton Bern sei heute «viel schlechter» an das internationale Nachtzugnetz angeschlossen als Basel und Zürich, monieren die Grossrätinnen und der Grossrat der SP.

Nun haben sie Antwort erhalten: Der Regierungsrat geht mit den Parlamentariern überein, dass Nachtzüge eine attraktive, bequeme und klimafreundliche Möglichkeit für längere Reisen seien. Eine gute Anbindung an die Nachtzüge sei nicht nur für den Reiseverkehr ins Ausland, sondern auch für den Kanton Bern als Reiseziel von Bedeutung.

Der Regierungsrat willigt ein, sich bei der österreichischen ÖBB und den SBB über die geplanten Absichten zu informieren und die Möglichkeiten des Kantons abzuklären. Auch bei der BLS, die aktuell nicht im Geschäft aktiv ist, werde man sich erkundigen. Die Finanzierung sei aber Sache der Bahnunternehmen und nicht Aufgabe von Bund und Kantonen. Deshalb lehnt die Regierung diesen Motionspunkt ab.

«Schön, dass die Regierung am gleichen Strang zieht», sagt Tanja Bauer. An der zu prüfenden Finanzierung wolle man indes festhalten. «Beim Flughafen Belp heisst die Regierung eine finanzielle Unterstützung auch gut.» Dabei wäre eine Beteiligung am Nachtzugnetz aus ökologischer Sicht sinnvoller, sagt die Grossrätin.

Zusätzlich lancierten die Motionäre gestern Montag eine Petiton. So könne auch die Bevölkerung zeigen, wie wichtig Nachtzugverbindungen seien. Nicht nur die Stadt und der Kanton Bern würden profitieren, betont Bauer. «Sondern auch benachbarte Kantone bis in die Westschweiz.»

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