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Die schrecklichen Taten des Jean-Louis B.

Die Verbrecherkarriere des entflohenen Jean-Louis B. begann relativ harmlos, gipfelte in Biel im bestialischen Mord an einer 17-Jährigen – und ging trotzdem weiter.

Polizisten der Neuenburger Kantonspolizei suchen nach dem Flüchtigen. (28 Juni 2011)
Polizisten der Neuenburger Kantonspolizei suchen nach dem Flüchtigen. (28 Juni 2011)
Keystone
Ein Polizist lässt einen Spürhund an einem Gegenstand schnüffeln, der Jean-Louis B. gehört hat.  (KEYSTONE/Dominic Favre)
Ein Polizist lässt einen Spürhund an einem Gegenstand schnüffeln, der Jean-Louis B. gehört hat. (KEYSTONE/Dominic Favre)
Keystone
Auch diese Sondereinheit ist dabei: Das Lausanner Detachement d'action rapide et de dissuasion (Dard) wurde ursprünglich für Anti-Terror-Einsätze gegründet. (Archivbild 24. Juni 2010)
Auch diese Sondereinheit ist dabei: Das Lausanner Detachement d'action rapide et de dissuasion (Dard) wurde ursprünglich für Anti-Terror-Einsätze gegründet. (Archivbild 24. Juni 2010)
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«Schon als ich fünf war, habe ich meiner Mutter auf den Hintern geschaut. Später war es meine erste Frau, die mich zum Analsex aufforderte. Ich fand Gefallen daran, aber sie wollte plötzlich nicht mehr. Da habe ich entschieden, dass ich andere Frauen nehmen würde.» Diese Worte vertraute der flüchtige Vergewaltiger und Mörder Jean-Louis B. gemäss «Le Matin» 1999 einem Journalisten der Westschweizer Zeitung «Le Temps» an.

Jean-Louis B. war den Behörden allerdings schon bekannt, bevor er zum Vergewaltiger und Mörder wurde. Als Jugendlicher soll er gemäss Recherchen von «24 Heures» ein erstes Mal straffällig geworden sein. Anfänglich habe er sich aber auf Vermögensdelikte und Sachbeschädigungen beschränkt.

Ehefrau vergewaltigt

Mit 22 Jahren heiratete er. Die Ehe dauerte aber nur zwei Jahre – Jean-Louis B. vergewaltigt seine damalige Frau mehrfach. 1970 wird er wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Haft wird später aber in einen psychiatrischen Aufenthalt umgewandelt. In dieser Zeit gelingt dem Verbrecher ein erstes Mal die Flucht. Er kann der Klinik Bellelay im Berner Jura entweichen, wird später aber wieder gefasst und in die Berner Anstalt Thorberg verlegt.

Kaum entlassen, wird B. 1973 schon wieder straffällig. Er bedroht seine Ex-Frau und vergewaltigt wieder. Ende 1974 wird B. erneut in die Psychiatrie Bellelay eingewiesen. Er lehnt eine chirurgische Kastration ab, dafür benimmt er sich im Vollzug besser.

17-Jährige in Biel ermordet

Auf seinem ersten unbegleiteten Freigang im August 1975 trifft er am Bahnhof von Moutier auf die 17-jährige Catherine W. aus Sankt Immer. Da der Zug nicht kommt, fahren die beiden per Anhalter nach Biel. Weil die 17-Jährige bei der Verabschiedung im Bieler Aussenquartier Vingelz nicht auf die Annäherungsversuche von B. eingeht, würgt und erstickt er die junge Frau. Damit sie nicht schreien kann, stopft er ihr Steine in den Mund und erwürgt sie mit ihrer Handtasche. Schliesslich vergeht er sich am Opfer, berichtet der «Blick».

Der heute 64-Jährige wird kurze Zeit später erneut verhaftet und wandert für die bestialische Tat 12 weitere Jahre hinter Gitter. Ein Jahr später bricht der Mörder bereits wieder aus dem Thorberg aus, kann aber sofort wieder gefasst werden.

Psychologin vergewaltigt

1986 erhält Jean-Louis B. wieder einmal Hafturlaub. Er fährt geradewegs zu seiner Psychologin, die sich für Hafterleichterungen eingesetzt hatte. B. vergewaltigt sie. Beim Prozess sagt er gemäss «Le Matin»: «Ich liebe sie, und sie liebt mich. Ich bin so romantisch veranlagt.»

Zehn Jahre später wird erneut ein psychiatrisches Gutachten erstellt. Das Resultat: B. ist noch immer genauso gefährlich wie eh und je, es gibt keine Therapie, die ihn heilen könnte. 2002 wird seine Verwahrung angeordnet. Neun Jahre lang verhält er sich unauffällig – bis am letzten Montag, berichtet «Le Matin» weiter. 17 Monate hat Jean-Louis B. seit seinem 20. Lebensjahr in Freiheit verbracht, die restliche Zeit verbrachte er in verschiedenen geschlossenen Anstalten. Seit Montag ist er wieder einmal auf der Flucht.

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