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Die Spitex ist unzufrieden, der Kanton überrascht

Der Leistungsvertrag zu Spitex-Hauswirtschaftsleistungen ist weiterhin umstritten.

Spitex-Geschäftsleiter Roger Guggisberg: «Es bleibt aber noch immer eine Ungleichbehandlung».
Spitex-Geschäftsleiter Roger Guggisberg: «Es bleibt aber noch immer eine Ungleichbehandlung».

Besser, aber nicht gut genug. So lautet das Fazit des kantonalen Spitex-Verbands zu einem Leistungsvertrag für 2019. Der Vertrag regelt, wie der Kanton Bern hauswirtschaftliche und sozialbetreuerische Leistungen deröffentlichen Spitex-Organisationen abgilt und die Versorgungssicherheit gewährleistet. Er betrifft Dienstleistungen wie Kochen, Waschen, Putzen.

Vor einem Jahr noch empfahl der Verband den Spitex-Organisationen, den Vertrag für das Jahr 2018 nicht zu unterzeichnen. Das taten denn auch 31 von 49 Betrieben. Diesmal gibt er keine generelle Empfehlung ab. «Wir haben die Hoffnung, dass die positive Entwicklung in den Verhandlungen weitergeht», sagt Geschäftsleiter Roger Guggisberg. Das Ziel sei ein Vertrag 2020, «den die Organisationen guten Gewissens unterschreiben können».

«Kosten nicht gedeckt»

Der Konflikt zwischen der Spi­tex und der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) begann bei der Ausarbeitung des Vertrags für das laufende Jahr. Der Vertrag wurde grundsätzlich neu aufgebaut und bestand aus drei zentralen Elementen. Erstens wurde die Entschädigung fallbasiert ausgerichtet. «Gegen diesen Methodenwechsel haben wir nichts», sagt Guggisberg.

Zweitens wurde der Personenkreis eingeschränkt. Beispielsweise wurden Personen mit somatischen Erkrankungen wie etwa Lähmungen vom Leistungsvertrag ausgenommen. Für sie ist die Versorgungssicherheit nicht garantiert. Der Spitex-Verband hielt das für einen grossen Fehler. Ebenfalls nicht einverstanden war er mit dem dritten Element, der effektiven Entschädigung. «Die GEF hatte den Betrag, der abgemacht wurde, einseitig reduziert.»

«Aufeinander zugegangen»

Für den neuen Leistungsvertrag 2019 konnte nun der Personenkreis, der vom Vertrag erfasst ist, etwas erweitert werden. Die Spitex kann etwa Leistungen für Personen geltend machen, bei denen eine erhebliche Selbstgefährdung besteht. Diese Leistungen müssen ärztlich verordnet werden.

«Es bleibt aber noch immer eine Ungleichbehandlung», so Guggisberg. Hingegen wurde die finanzielle Beteiligung des Kantons weiter gesenkt, von 22.75 auf 20 Franken pro geleistete Stunde. «Damit können die Kosten nicht gedeckt werden.»

Der Kanton hat kein Verständnis für die Kritik. «Wir waren der Meinung, dass beide Seiten genügend aufeinander zugegangen sind», sagt GEF-Sprecher Gundekar Giebel. Dies habe auch die Spitex vor wenigen Tagen signalisiert. Die tiefere Entschädigung um 2.75 Franken begründet er damit, dass bei der Spitex bisher keine Kostenwahrheit erreicht wurde.

«Bei der Nachkalkulation mussten wir uns auf die verlässlichen, zur Verfügung stehenden Zahlen stützen.» So wurde ein Betrag in Höhe von 20 Franken errechnet. Die GEF sei deshalb davon ausgegangen, dass derTarif gesenkt werden könne. «Das wurde von der Spitex so akzeptiert.» Umso überraschender komme nun die Klage. (rei)

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