«Differenzierte Haltungen gelten als unsexy»

Am Montag eröffnete Alterspräsident Peter Moser (FDP) im Berner Rathaus die 44. Legislaturperiode des Grossen Rates. In seiner Rede rief zu mehr Toleranz und Offenheit gegenüber Andersdenkenden auf.

Am Montag wurde im Berner Rathaus die 44. Legislaturperiode des Grossen Rates eröffnet.

Am Montag wurde im Berner Rathaus die 44. Legislaturperiode des Grossen Rates eröffnet.

(Bild: Keystone)

Alterspräsident Peter Moser (FDP/Biel) hat am Montag im Berner Rathaus die 44. Legislaturperiode des Grossen Rates eröffnet. Moser rief dabei die Volksvertreter zu Toleranz und Offenheit gegenüber Andersdenkenden auf.

Die Grossrätinnen und Grossräte seien es dem Kanton schuldig, Sachlichkeit herzustellen, sagte Moser, der als amtsältester Grossrat die Amtsperiode 2018-2022 des neugewählten Parlamentes eröffnete.

Der Bieler FDP-Grossrat rief die Parlamentarier dazu auf, ihren Widersachern zuzuhören und gemeinsame Lösungen zu suchen. Moser bedauerte die zunehmende Polarisierung und das damit verbundene Schwarz-Weiss-Denken: «Differenzierte Haltungen gelten als unsexy». Dies führte leider oft zu einer «Holzhacker-Kommunikation».

Jürg Iseli zum Grossratspräsidenten gewählt

Am ersten Sessionstag finden nebst der Vereidigung von Regierung und Parlament die Wahlen sämtlicher Gremien statt. Unbestritten ist die Wahl von SVP-Grossrat Jürg Iseli (Zwieselberg) zum Grossratspräsidenten und diejenige von Hannes Zaugg-Graf (glp/Uetendorf) zum Vizepräsidenten.

Zu einer Kampfwahl kommt es hingegen bei der Wahl für das 2. Vizepräsidium. Turnusgemäss wäre eigentlich wieder die FDP an der Reihe. Sie hat den Langenthaler Stefan Costa für das Amt nominiert. Doch gegen diesen Anspruch wehren sich die kleineren Parteien, die einen Systemwechsel fordern.

Bislang konnten die drei wählerstärksten Parteien SVP, SP und FDP während einer vierjährigen Legislatur je ein Jahr lang den «höchsten Berner» stellen. Nur alle vier Jahre werden die kleineren Parteien berücksichtigt. Nun will die BDP mit der Nomination von BDP-Grossrat Jakob Etter (Treiten) der FDP das Amt streitig machen.

tag/sda

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