Zum Hauptinhalt springen

«Ein kleiner Sprung für Bern»

Der neue Lehrplan bringe den Berner Schulen keine einschneidenden Änderungen, sagt Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Weil Mathematik und Informatik mehr Gewicht erhalten sollen, sind jedoch zusätzliche Lektionen nötig.

Für diese Primarschülerin, das Archivbild stammt aus dem Jahr 2007, wird sich kaum mehr etwas ändern: Bis die Änderungen eingeführt werden, wird es 2017 oder 2018 sein.
Für diese Primarschülerin, das Archivbild stammt aus dem Jahr 2007, wird sich kaum mehr etwas ändern: Bis die Änderungen eingeführt werden, wird es 2017 oder 2018 sein.
Michael Gottschalk/ddp, Keystone
1 / 1

Seit letzter Woche liegt der neue Lehrplan vor, den die 21 Deutschschweizer Kantonen in den vergangenen Jahren für sich erarbeitet haben. Die Vernehmlassung dazu läuft bis Ende des Jahres. Wie die Kantone die neuen Vorgaben einführen, liegt in ihrer Kompetenz. Darüber, was der neue Lehrplan für den Kanton Bern bedeutet und wann er eingeführt werden soll, informierte gestern Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (GFL) im Münsinger Schulzentrum Schlossmatt.

Gleich zu Beginn beruhigte der Berner Erziehungsdirektor: Der neue Lehrplan bringe keine grossen Änderungen. Dies, weil der Kanton Bern mit dem Lehrplan 95 bereits über ein modernes, in den Schulen akzeptiertes und lernzielorientiertes Mittel verfüge. «Die Kompetenzorientierung des Lehrplans 21 ist eine Weiterentwicklung der aktuellen Vorgaben», so Pulver. Damit sei dessen Einführung für die meisten Schulen ein kleiner Sprung.

Auch genügten die meisten der aktuellen Lehrmittel den neuen Anforderungen. Aufwand würde jenen Schulen entstehen, die den aktuellen Lehrplan nicht konsequent anwendeten, so Pulver. Deshalb werde die Weiterbildung je nach Schule ausgestaltet.

Genug Zeit für die Einführung

Obwohl die Umstellung nicht riesig ist, will Pulver den neuen Lehrplan sorgfältig einführen. Zwar solle dessen definitive Fassung bereits Ende 2014 vorliegen. Im Kanton Bern wird er laut Pulver aber frühestens im Sommer 2017 eingeführt. Schulen und Lehrpersonen sollen dann fünf bis sechs Jahre Zeit haben, um ihren Unterricht anzupassen – so weit dies nötig ist. Während der mehrjährigen Einführungsphase werden die Schulen von der Erziehungsdirektion und der Pädagogischen Hochschule unterstützt.

Vorgesehen sind Startveranstaltungen für Schulleitungen und Lehrpersonen, schulinterne und regionale Weiterbildungen in einzelnen Fachbereichen sowie Beratung. Zunächst geht der Lehrplan aber in die kantonale Vernehmlassung, die bis zum 4.Oktober dauert. Die neuen Unterrichtsvorgaben sind zwar detaillierter ausgestaltet als die bisherigen Lehrpläne. Dennoch blieben den Lehrpersonen Freiräume, den Unterricht zu gestalten, betonte Pulver. «Es handelt sich nicht um eine Reform von oben, sondern um eine Weiterentwicklung der Schule von unten», so Pulver.

Mehr Mathematik

Neu am Lehrplan 21 ist, dass er kompetenzorientiert ist. «Es geht nicht darum, was die Schüler durchgenommen haben, sondern ob sie das Gelernte anwenden können», sagt Max Suter, Vorsteher des Amts für Kindergarten, Volksschule und Beratung. Keine Änderung gibt es beim frühen Fremdsprachenunterricht. Mehr Gewicht erhalten hingegen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Allerdings dementiert Suter einen Bericht der «SonntagsZeitung», wonach alle Schüler über einen Laptop oder ein Tablet verfügen müssten. Es sei zwar denkbar, dass sich diese Notwendigkeit im Laufe der Zeit ergebe. «Wenn dieser Lehrplan bis ins Jahr 2030 in Kraft ist, gibt es zahlreiche Bereiche, die sich verändern werden», so Suter. Die Geräte wären aber von den Gemeinden anzuschaffen.

Mehrkosten sind absehbar

Was die Umsetzung des Lehrplans 21 kosten wird, ist laut Pulver noch nicht absehbar. Die Stärkung der Mathematik werde aber zusätzliche Lektionen erfordern. Auf eine konkrete Zahl wollte sich der Erziehungsdirektor jedoch nicht festlegen. «Das Aufstocken von Lektionen löst kantonsweit rasch zweistellige Millionenbeiträge aus.»

BZ/as

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch