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Einmal Professor, immer Professor? Gericht sagt Nein

Ein ehemaliger Arzt des Inselspitals und Titularprofessor der Universität Bern möchte sich auch Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses «Titularprofessor» nennen dürfen. Das ist nicht zulässig, hat das Verwaltungsgericht entschieden.

Blick auf den Hauptsitz der Uni Bern: Ein ehemaliger Professor wollte sich weiterhin Professor nennen. Das lehnte das Verwaltungsgericht aber ab.
Blick auf den Hauptsitz der Uni Bern: Ein ehemaliger Professor wollte sich weiterhin Professor nennen. Das lehnte das Verwaltungsgericht aber ab.
Urs Baumann

In einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil schreibt das Gericht, aus der Tatsache, dass der Arzt im Vorlesungsverzeichnis der Berner Uni noch während Jahren als Titularprofessor aufgeführt worden sei, könne der Mann nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er könne sich nicht auf den guten Glauben und damit auf Vertrauensschutz berufen.

Die Universität Bern habe nämlich zu keinem Zeitpunkt zum Ausdruck gebracht, sie sei mit der Weiterführung des Titels einverstanden. Und dem Arzt wäre es ohne weiteres zuzumuten gewesen, sich zu erkundigen, ob er den Titel weiterhin führen dürfe.

Erst nachdem sich ein Anwalt nach der Titelberechtigung des Arztes erkundigt hatte, wurde nämlich die Uni Bern aktiv und informierte den Arzt, dass er sich nicht mehr Titularprofessor nennen dürfe. Das Inselspital ist Berns Universitätsspital.

Titel erlöscht automatisch

Der Arzt hatte in seiner Beschwerde auch geltend gemacht, der ihm verliehene Titel erlösche nicht automatisch. Es brauche ein Aberkennungsverfahren.

Das sei keineswegs so, schreibt das Verwaltungsgericht. Die Befugnis, den Titularprofessorentitel zu führen, erlösche bei Aufgabe der Tätigkeit an der Uni Bern von Gesetzes wegen. Die Vorinstanz habe zu Recht entschieden, dass der Mann die Befugnis, den Professorentitel zu führen, mit der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses am Inselspital verloren habe.

Der Arzt kann auch nicht von einer Neuregelung des Titelwesens profitieren, welche die Uni Bern laut dem Urteil im Jahr 2008 vornahm. «Selbst wenn die Ernennungsvoraussetzungen für die Titularprofessur in der Zwischenzeit lockerer ausgestaltet worden wären, kann ein einmal erloschener Titel auch bei verändertem Sachverhalt nicht wieder aufleben.»

War bereits vor Bundesgericht

Es ist bereits das zweite Mal, dass sich das bernische Verwaltungsgericht mit dem Fall beschäftigt. Nachdem die Uni Bern vor mehreren Jahren dem Arzt mitgeteilt hatte, dass er den Titel nicht mehr führen dürfe, focht der Mann diesen Entscheid an - via Verwaltungsgericht bis hinauf zum Bundesgericht.

Kurz nach dem Bundesgerichtsentscheid forderte die Uni Bern den Arzt mit Bezug auf dieses Urteil auf, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt den Titel nicht mehr zu verwenden. Gegen dieses Schreiben in der Form einer Verfügung erhob der Arzt Beschwerde bei der Erziehungsdirektion des Kantons Bern.

Diese lehnte die Beschwerde des Arztes ab; das kantonale Verwaltungsgericht hat nun diesen Entscheid gestützt. Der Beschwerdeführer kann aber erneut vor Bundesgericht ziehen.

SDA/tan

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