Erdrutsche im Emmental, Hagel im Gantrischgebiet

Am Montagvorabend gab es ortsweise wieder heftige Gewitter. Speziell betroffen war die Region Langnau/Zollbrück, wo starke Niederschläge zu Überschwemmungen führten.

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Mehrere Gewitterzellen entluden sich am Montagabend über dem Kanton Bern. Schon am Nachmittag hatten mehrere Wetterdienste Unwetterwarnungen herausgegeben. Da es wiederum relativ windstill war, zogen die Gewitter kaum weiter. Die Folge: Es gab ortsweise in kurzer Zeit relativ starken Regen.

Betroffen war vor allem das Emmental. Kein Durchkommen gab es am frühen Abend in Zollbrück für den Feierabendverkehr. Innert kurzer Zeit schwoll der Frittenbach zu einem reissenden Fluss an. Die Wasser­massen führten im Zentrum von Zollbrück teilweise zu Überschwemmungen.

Erdrutsch: In Zollbrück BE löste sich ein Hang. Video: Leserreporter 20 Minuten

Werner Eberle, Kommandant der Feuerwehr ­Region Langnau, sagte auf Anfrage, die Ortsdurchfahrt habe für den Verkehr gänzlich gesperrt werden müssen. Die Wehrdienste hätten eine Umleitung eingerichtet. Pausenlos wurden Keller und Sickerschächte ausgepumpt.

Zudem mussten Hochwasserauffangbecken ausgebaggert werden. Zur Höhe des Sachschadens konnte der Kommandant noch keine Angaben machen. Polizeisprecher Christoph Gnägi sprach am Dienstagmorgen von 50 eingegangenen Meldungen aus dem Kanton Bern, davon sei der grösste Teil aus dem Emmental gewesen.

Die Abflussmengen von Ilfis und Emme waren am Montag um 19 Uhr nicht besorgniserregend. Bei der Ilfis in Langnau zeigte der Wert 26,78 Kubikmeter pro ­Sekunde an. In der Emme in ­Emmenmatt wurden zum gleichen Zeitpunkt 38,03 Kubik­meter gemessen, der durchschnittliche Normalwert liegt bei 20 Kubikmeter. Zum Vergleich: beim Hochwasser im Juli 2014 führte die Emme 420 Kubik­meter Wasser pro Sekunde.

Hagel in Schwarzenburg

Im Gantrischgebiet zog die Gewitterfront am späten Nachmittag vorbei. Hier war vor allem starker Hagel die Folge. In der Region Schwarzenburg sorgte ein starkes Hagelgewitter für Schäden. Bilder, die von der Grossrätin Sarah Gabi verbreitet wurden, zeigen etwa einfranken­stückgrosse Hagelkörner. Auch in Villeret im Berner Jura fielen starke Niederschläge. Durch die Hauptstrasse im Dorf floss zeitweise ein kleiner Bach. Eine Nebenstrasse musste für einige Stunden gesperrt werden.

Foto: Leserreporter Berner Zeitung

«Die Zwerge hatten Winter», schreibt diese Leserin aus Schwarzenburg. Bild: Leserreporter Berner Zeitung

In diesem Garten in Schwarzenburg sah es auch nach Winter aus. Video: Leserreporter Berner Zeitung

Später zogen die Gewitterzellen weiter in den Berner Jura. Auch hier fielen starke Niederschläge. Durch die Hauptstrasse des Dorfes Villeret floss zeitweise ein kleiner Bach. Für die Autos war die Strecke dennoch befahrbar.

Auch am Abend zogen noch einzelne Gewitterfronten über den Kanton Bern. So sah der Himmel in Herzogenbuchsee mit Blick Richtung Niederbipp um 20 Uhr aus:

Foto: Leserreporter Berner Zeitung

Spektakuläre Stimmungen am Himmel gab es auch in Schangnau, hier mit Blick in Richtung Kemmeriboden:

Foto: Leserreporter Berner Zeitung

Zog die Gewitterfront auch bei Ihnen vorbei? Dann schicken Sie uns Ihre Fotos an online@bernerzeitung.ch.

qsc

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