Es braucht dringend Transparenz

Ein Kommentar von Wirtschaftsjournalist Julian Witschi zur 22 Millionen-Busse der Weko für zwei Berner Kiesfirmen.

Julian Witschi

Im Berner Kiesgeschäft besteht laut Wettbewerbskommission seit den 1970er-Jahren ein Kartell. Die Unternehmer hingegen sind sich keiner Vergehen bewusst. Mengenrabatte sind zwar vielerorts üblich. Dass Alluvia und Kästli gewisse Preisrabatte aber nur gewährten, wenn man sämtlichen Kies und Beton bei ihnen bezog, ist aber höchstwahrscheinlich ein klarer Verstoss gegen das Kartellgesetz.

Die Politik lässt die Zügel seit Jahrzehnten zu locker. Die Behörden können zwar jährlich Angaben zu den Abbau- und Produktionsmengen einfordern. Wie hoch der Gewinn der Unternehmen mit der öffentlichen Ressource Kies ist, bleibt aber verborgen. Die beiden in der Region Bern dominanten Gruppen Alluvia und Kästli publizieren keine Geschäftszahlen. Als Familienunternehmen können sie sich auf das Geschäftsgeheimnis berufen.

Das ist stossend. Denn Kies ist einer der wenigen Rohstoffe, über die der Kanton Bern verfügt. Die damit verbundene Gewinnung des Baustoffs Beton ist ein Milliardengeschäft. Wer Kies abbauen will, muss ein langwieriges Verfahren durchlaufen. Das ist richtig, schliesslich geht es um einen erheblichen Eingriff in die Natur.

Ist die Grube einmal in Betrieb, so erfährt die Öffentlichkeit praktisch nichts darüber, wie viel die Kiesförderer damit verdienen. Hier ist Transparenz zwingend nötig.

Berner Zeitung

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