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Falsche Mail-Adresse wird für Arbeitslosen teuer

Verschickt ein Arbeitsloser sein Bewerbungsdossier per E-Mail, muss er sich anschliessend vergewissern, dass das E-Mail auch wirklich ankam. Sonst könnte ihn das teuer zu stehen kommen.

Ein teurer Tippfehler: Wer sich für die Mail-Übermittlung von Bewerbungen entscheide, habe ebenfalls eine Vergewisserungspflicht.
Ein teurer Tippfehler: Wer sich für die Mail-Übermittlung von Bewerbungen entscheide, habe ebenfalls eine Vergewisserungspflicht.

Das zeigt ein am Freitag publiziertes Urteil des bernischen Verwaltungsgerichts. Die Regionale Arbeitsvermittlung (RAV) hatte den Mann auf eine geeignete freie Stelle hingewiesen. Der Arbeitslose verschickte zwar sein Bewerbungsdossier, allerdings vertippte er sich bei der Mailadresse.

Eine Fehlermeldung sei darauf ausgeblieben, erklärte der Mann. Er habe deshalb davon ausgehen können, dass die elektronische Post ihr Ziel trotzdem erreicht habe.

Das war offenbar nicht der Fall. Das Berner Wirtschaftsamt beco kam deshalb zum Schluss, der Mann habe eine Stellenzuweisung des RAV nicht befolgt. Das habe eine Einstellung der Anspruchsberechtigung im Umfang von 39 Tagen zur Folge.

Schliesslich liege es aufgrund der Sorgfaltspflicht in der Verantwortung des Versicherten, sich bei der richtigen E-Mail-Adresse zu bewerben. Der Mann zog das Urteil ans Verwaltungsgericht weiter, wo er jetzt abblitzte.

Wer die Unterlagen in Papierform übermittle, tue dies eingeschrieben oder erkundige sich beispielsweise telefonisch nach dem Erhalt der Bewerbung. Wer sich für die Mail-Übermittlung entscheide, habe ebenfalls eine Vergewisserungspflicht.

Allerdings sei das Verschulden des Mannes höchstens im mittelschweren Bereich anzusiedeln, befand das Gericht. Die Anspruchsberechtigung sei demnach nur für 20 statt 39 Tage einzustellen.

SDA/cls

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