Firmen sollen weiterhin Kirchensteuer zahlen

Für Unternehmen im Kanton Bern ist das Bezahlen von Kirchensteuern nach wie vor obligatorisch. Zwei Grossräte kämpfen nun dagegen an – jedoch ohne Aussicht auf Erfolg.

<b>Privatpersonen können selbst entscheiden,</b> ob sie Kirchensteuern zahlen wollen oder nicht. Für Firmen jedoch ist dies obligatorisch. Bild: Innenansicht des Berner Münsters (Archivbild).

Privatpersonen können selbst entscheiden, ob sie Kirchensteuern zahlen wollen oder nicht. Für Firmen jedoch ist dies obligatorisch. Bild: Innenansicht des Berner Münsters (Archivbild).

(Bild: Walter Pfäffli)

Sandra Rutschi

Wenn eine Privatperson aus der Landeskirche austritt, muss sie keine Kirchensteuern mehr zahlen. Für Firmen aber gibt es diese Möglichkeit nicht: Auch, wenn der Eigentümer keiner Landeskirche angehört oder diese aus anderen Gründen nicht mitfinanzieren möchte, muss das Unternehmen die Steuer bezahlen.

Freiwilliger Beitrag

Das möchten die Grossräte Daniel Trüssel (GLP, Trimstein) und Stefan Hofer (SVP, Bern) mit einer Motion ändern. Sie betonen, dass die Kantone laut Bundesverfassung Kirchensteuern von Firmen verlangen dürfen – aber nicht müssen.

Das Tessin, Neuenburg und Genf überlassen es zum Beispiel den Firmen selbst, ob sie Kirchensteuern bezahlen möchten. Der Betrag wird zwar ausgerechnet und in Rechnung gestellt, doch der Einzelne kann selber entscheiden, ob er ihn berappen will. Eine solche freiwillige Kirchensteuer für Firmen möchten die Motionäre auch im Kanton Bern einführen.

Die Berner Regierung winkt jedoch ab. In der Mehrheit der Kantone sei eine Kirchensteuer obligatorisch. Zudem habe der Grosse Rat vor einem Jahr das Gesetz über die bernischen Landeskirchen revidiert und darin festgelegt, dass die Erträge der juristischen Personen nicht für kultische Zwecke verwendet werden dürfen. Nach diesen Entscheiden gebe es keinen Anlass, die Pflicht infrage zu stellen.

Würde dieses Obligatorium aufgehoben, müssten die Landeskirchen laut Regierung mit einem deutlichen Rückgang der Kirchensteuererträge rechnen. Von 2009 bis 2016 ist der Anteil der Firmengelder an den Kirchensteuern stetig gewachsen: 2009 lag er bei 13,7 Prozent, 2016 bei 16,5 Prozent. Der Beitrag der Firmen stieg in diesen Jahren von 30,1 Millionen auf 38,1 Millionen Franken.

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