Geheime Wünsche

Moment Wahl

Welches Ereignis wünscht sich welche Partei vor den Wahlen? Eine Partei könnte sich wünschen, dass nichts passiert.

Weil Schweizer Wahlkämpfe aber meist flau verlaufen, könnte es sein, dass Parteileitungen sich insgeheim die eine oder andere höhere Gewalt wünschen. (Archivbild)

Weil Schweizer Wahlkämpfe aber meist flau verlaufen, könnte es sein, dass Parteileitungen sich insgeheim die eine oder andere höhere Gewalt wünschen. (Archivbild)

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Der Wahlkampf kann beginnen. Am Montag ist im Kanton Bern der letzte Anmeldetermin für die National- und Ständeratswahlen vom 20. Oktober abgelaufen. Nun twittern die Parteizentralen und Kandidierenden drauflos, sie schalten Werbungen, hängen Plakate auf und nehmen an mehr schlecht als recht besuchten Wahlpodien teil.

Weil Schweizer Wahlkämpfe aber meist flau verlaufen, könnte es sein, dass Parteileitungen sich insgeheim die eine oder andere höhere Gewalt wünschen, die die Wählerinnen und Wähler so richtig mobilisieren würde.

Den Grünen zum Beispiel würde es helfen, wenn jetzt – zum Beweis des dramatischen Klimawandels und als Bestätigung der Klimaproteste – bis zum 20. Oktober Dürre herrschen und etwa die Emme ganz austrocknen würde. Die sterbenden Fische täten den Grünen natürlich leid.

Die SP könnte davon profitieren, wenn im Kanton Bern Abzocker-Saläre auffliegen würden, die das 2-Millionen-Gehalt von Suzanne Thoma, CEO des Energiekonzerns BKW, in den Schatten stellen und den Zorn der Arbeiterklasse wecken.

Der SVP käme nicht ungelegen, wenn eine Flüchtlingswelle an unsere Landesgrenze branden und das Asylthema wieder oben auf die Agenda setzen würde. Vielleicht zetteln die USA und der Iran ja in der Strasse von Hormuz noch einen neuen Nahostkrieg an, der Menschen vertreibt.

Die zwischen grün, liberal und bürgerlich lavierende FDP müsste – wie zur Klimafrage – wohl erst eine parteiinterne Mit­gliederumfrage durchführen, welche höhere Gewalt ihr überhaupt helfen könnte. Und die ums Überleben kämpfende BDP? Sie könnte sich wünschen, dass nichts passiert, rein gar nichts. Damit sich der BDP-Slogan «Langweilig, aber gut» möglichst erfüllt.

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