Grossanlässe künftig überall gleich auf Sicherheit überprüft

Katastrophen wie die Panik an der Loveparade in Duisburg haben Auswirkungen auf Grossanlässe im Kanton Bern: Sie werden künftig überall im Kanton vor der Durchführung auf ihre Sicherheit hin überprüft.

Der Sturm am Eidgenössichen Turnfest 2013: Künftig soll die Infrastruktur von Grossanlässen nach einer bestimmten Methode abgenommen werden.

Der Sturm am Eidgenössichen Turnfest 2013: Künftig soll die Infrastruktur von Grossanlässen nach einer bestimmten Methode abgenommen werden.

Der Leiter der Geschäftsstelle der Berner Regierungsstatthalter, Kurt von Känel, sagte am Dienstag auf Anfrage, in einigen Verwaltungskreisen des Kantons sei die Infrastruktur von Grossanlässen schon bisher nach einer bestimmten Methode abgenommen worden.

Aufgrund der Ereignisse in Duisburg und anderer schwerer Unfälle hätten die Berner Statthalter eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt, um die Methoden zu vereinheitlichen. Weitere Organisationen wie etwa die Gebäudeversicherung Bern (GVB) wurden bei diesen Arbeiten beigezogen.

Mit anderen Unfällen sind etwa der Sturm am Eidgenössischen Turnfest letztes Jahr in Biel mit Dutzenden von Verletzten und ein tödlicher Unfall bei Aufräumarbeiten am Openair von Frauenfeld im Jahr 2012 gemeint. An der Loveparade in Duisburg starben im Jahr 2010 im Gedränge nach einer Massenpanik 21 Personen.

Ab mehr als 500 Personen

Kurt von Känel machte diese Aussagen, nachdem sich am Donnerstag der Oberaargauer Regierungsstatthalter Marc Häusler zu Wort gemeldet hatte. Er gab bekannt, dass in seinem Verwaltungskreis ab 2015 die Infrastruktur von Grossanlässen vor dem Beginn der Festivitäten auf ihre Sicherheit hin überprüft wird und der Statthalter dabei die leitende Rolle übernimmt.

Bei der Abnahme der Infrastruktur zieht der Statthalter den Veranstalter, die Gemeinde und in den meisten Fällen Vertreter der Feuerwehr bei. Wenn es die Situation erfordert, ist auch die Polizei, die Sanität, die GVB und das Lebensmittelinspektorat dabei.

«Grundsätzlich ist ein Grossanlass eine Veranstaltung, bei der mehr als 500 Besucherinnen und Besucher erwartet werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Allerdings spielt nicht nur die erwartete Besucherzahl eine Rolle: Die Aktionärsversammlung einer Bank werde «in aller Regel» nicht als Grossanlass eingestuft, schreibt Häusler weiter. «Denkbar» sei hingegen, dass bei einem erstmals durchgeführten Openair-Konzert mit mehr als 500 erwarteten Besuchern die Infrastruktur abgenommen werde.

Häusler hat ein Muster-Veranstaltungs- und Notfallkonzept erarbeitet und fordert Veranstalter von Anlässen im Oberaargau dazu auf, sich bei Unklarheiten oder Fragen bei ihm zu melden.

cla/sda

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