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Grosseltern dürfen Enkel nicht adoptieren

Die Adoption eines Kindes durch seine Grosseltern muss die Ausnahme bleiben. Solange das Kind noch eine gewisse Beziehung zu einem leiblichen Elternteil hat, kommt eine Adoption wegen dem grossen Konfliktpotential laut Bundesgericht kaum in Frage.

Gesuch abgelehnt: Grosseltern dürfen ihren Enkel nicht adoptieren.
Gesuch abgelehnt: Grosseltern dürfen ihren Enkel nicht adoptieren.
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Mit seinem Urteil hat das Gericht einen Entscheid der Berner Behörden bestätigt. Betroffen ist ein heute 10 Jahre alter Knabe, dessen Mutter bei seiner Geburt erst 18 Jahre alt gewesen war. Die Eltern trennten sich kurze Zeit später, wobei der Vater auf ein Besuchsrecht verzichtete.

Da sich die Mutter wegen psychischen Problemen nicht um ihren Sohn kümmern konnte, wuchs er bei den heute 62- und 71-jährigen Eltern der jungen Frau auf. Gegenwärtig arbeitet sie im Familienbetrieb und wohnt in der Nähe des Elternhauses.

Wohl des Kindes

Vor drei Jahren stellten die Grosseltern mit dem Einverständnis aller Beteiligten ein Gesuch um Adoption ihres Enkelkindes. Die Berner Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion wies das Gesuch jedoch ab, was anschliessend vom Obergericht bestätigt wurde.

Die Beschwerde der Grosseltern ans Bundesgericht ist nun ebenfalls erfolglos geblieben. In ihrem Entscheid halten die Richter in Lausanne zunächst fest, dass die Adoption eines Enkelkindes zwar grundsätzlich zulässig ist. Massgebend sei in jedem Fall das Wohl des Kindes.

Allerdings seien solche Adoptionen mit besonderen Risiken behaftet. Konstellationen, wo die leiblichen Eltern die Entwicklung des Kindes nach seiner Adoption weiter mitverfolgen könnten, seien in hohem Mass konfliktgefährdet.

Regelmässiger Kontakt

In der Regel sei deshalb einem Adoptionsgesuch nicht zu entsprechen, wenn ein leiblicher Elternteil im Haushalt der Grosseltern oder in deren Nähe wohne und diese oft besuche. Hier würden sich Mutter und Sohn regelmässig sehen.

Der Knabe selber habe angegeben, mit seiner «Mama» gut auszukommen. Die Berner Justiz sei aufgrund dieser Beziehung zu Recht davon ausgegangen, dass eine Adoption durch die Grosseltern nicht im Interesse des Kindes liege.

Nicht zu beanstanden sei weiter, dass das Obergericht den grossen Altersunterschied zwischen den Grosseltern und dem Kind als problematisch erachtet habe. Nur zweitrangige Bedeutung habe der Umstand, dass das Kind im Falle seiner Adoption finanziell besser abgesichert wäre.

SDA/mau

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