Zum Hauptinhalt springen

Grosser Rat bewilligt 50 Millionen für Aufbau des Wyss Centre Bern

Der Grosse Rat hat einen Rahmenkredit von 50 Millionen Franken für den Aufbau des Wyss Centre Bern bewilligt. Stimmt auch die Stiftung des Berner Mäzens Hansjörg Wyss einem Kredit zu, entsteht in Bern ein neues Forschungszentrum.

Nun muss noch die Stiftung des Berner Mäzens Hansjörg Wyss (Bild) einem Kredit zustimmen. Dann kann das Zentrum gebaut werden.
Nun muss noch die Stiftung des Berner Mäzens Hansjörg Wyss (Bild) einem Kredit zustimmen. Dann kann das Zentrum gebaut werden.
Laurent Gillieron, Keystone

Das Berner Kantonsparlament hiess den Rahmenkredit, der auf zehn Jahre ausgelegt ist, am Donnerstag deutlich gut, nämlich mit 120 zu 22 Stimmen bei 6 Enthaltungen. Eine Mehrheit im Berner Rathaus äusserte die Überzeugung, das Wyss Centre stelle eine grosse Chance dar. Man könne wirklich von einem «Leuchtturmprojekt» reden.

Als einzige parlamentarische Gruppe war die SVP-Fraktion mehrheitlich gegen den Kredit. Sprecherin Madeleine Amstutz (Schwanden bei Sigriswil) sagte, der Nutzen des Zentrums sei zweifelhaft. Der Kanton Bern habe bei solchen teilweise fremdfinanzierten Projekten auch schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) hingegen sagte, die Chancen überwögen die Risiken. SVP-Grossrat Markus Aebi (Hellsau) warb mit dem Argument für ein Ja, Ökologie und Nachhaltigkeit seien internationale Megatrends. Es sei richtig, in einen solchen Markt zu investieren.

Das Zentrum soll von der Vision geleitet sein, dass Wohlstand und Schutz der Natur über eine nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen vereinbar sind. Die Berner Politik verspricht sich vom Zentrum rund 50 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Bern und eine Wertschöpfung von gegen 140 Millionen Franken.

Aufbau für 200 Millionen

Das Finanzierungskonzept sieht vor, dass der Kanton Bern dem Zentrum von 2020 bis 2029 20 Millionen Franken als Grundfinanzierung zukommen lässt. Mit den anderen 30 Millionen Franken finanziert der Kanton ein Umsetzungsprogramm mit innovativen Projekten in den Bereichen Klimawandel, Biodiversität und Landnutzung.

Die Verantwortlichen denken etwa an den Aufbau der ersten offiziell CO2-neutralen Tourismusregion der Schweiz im östlichen Berner Oberland. Eine weitere Idee ist, in den Regionalen Naturpärken des Kantons Rangerstationen einzurichten. So entstünde ein neues Tourismusangebot, das Natur mit Bildung verbindet.

Waldbrandmanagement auf der Alpennordseite ist angesichts des Klimawandels ein weiteres potenzielles Projekt des geplanten Wyss Centre. Dazu kommen die erste Plusenergie-Stadt der Schweiz und die Förderung einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Gemüseproduktion im Seeland.

Die Universität Bern will den Aufbau des Wyss Centre in den kommenden Jahren wie der Kanton Bern ebenfalls mit 50 Millionen Franken fördern. Dies ohne dass der Kanton der Hochschule mehr Geld zukommen lässt, also im Rahmen ihres ordentlichen Budgets.

Das macht zusammen 100 Millionen Franken. Weitere 100 Millionen Franken soll die Wyss Foundation des gebürtigen Berner Unternehmers und Mäzens Hansjörg Wyss beisteuern. Diese Stiftung entscheidet nach Angaben des bernischen Grossen Rats im April.

Weltweite Führungsrolle angestrebt

Wyss Foundation, Kanton und Uni Bern wollen mit dem Wyss Centre eine Institution aufbauen, die weltweit führend ist. Sie soll im gleichen Zug genannt werden wie etwa das Stockholm Environment Institute, das IASS Postdam und das Earth Institute der Columbia University in den USA.

Nach Ablauf der zehnjährigen Unterstützung durch die Wyss-Stiftung soll das Zentrum als nationale Forschungseinrichtung an der Uni Bern über eine diversifizierte Finanzierung institutionalisiert sein. Schon in den Aufbaujahren soll das Wyss Centre eine Organisationseinheit der Uni Bern sein.

Es wird auf drei Forschungseinrichtungen der Uni Bern aufbauen, die nach Angaben der Berner Regierung heute schon weltweit führend sind. Es handelt sich um das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt, das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung und das Institut für Pflanzenwissenschaften der Berner Hochschule.

Vier regionale Drehscheiben («Hubs») soll das Zentrum aufweisen - eine in Bern, die anderen in Ostafrika, Lateinamerika und Südostasien. Dorthin bestehen bereits langjährige Partnerschaften.

Spricht die Wyss Foundation 100 Millionen Franken, wird nach Angaben von Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann im Herbst ein Vertrag abgeschlossen und das Zentrum nimmt 2020 den Betrieb auf.

SDA/chh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch