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«Günstiger, gerechter»: Berner Komitee wirbt für Einheitskasse

Im Kanton Bern werben Links- und Mitte-Politiker gemeinsam für ein Ja zur Einheitskasse. Auch Ärztinnen und Pflegefachfrauen sitzen im «Komitee Ja zur öffentlichen Krankenkasse», das sich am Donnerstag in Bern vorgestellt hat.

Blick in ein Schweizer Spital: Im Berner Komitee für die Einheits-Krankenkasse sind auch Pflegefachfrauen und Ärzte. (Symbolbild)
Blick in ein Schweizer Spital: Im Berner Komitee für die Einheits-Krankenkasse sind auch Pflegefachfrauen und Ärzte. (Symbolbild)
Keystone

Die Schweizer Stimmberechtigten entscheiden am 28. September über die Vorlage. Die Initiative beende den Pseudo-Wettbewerb im Gesundheitswesen und lichte den «intransparenten Kassendschungel», erklärten Komitee-Mitglieder vor den Medien. Die Einheitskasse ermögliche ein günstigeres und gerechteres System.

Heute gebe es in der Schweiz 61 Krankenkassen und insgesamt mehr als 300'000 Tarife, die jährlich neu ausgehandelt und genehmigt werden müssten, sagte der Berner SP-Ständerat Hans Stöckli. Allein dieser Irrsinn verursache Verwaltungskosten in dreistelliger Millionenhöhe.

Der viel propagierte Wettbewerb sei eine Illusion, sagte die Grünen-Nationalrätin Aline Trede. Weniger als zehn Prozent der Versicherten wechselten ihre Kasse, weil im Prämien-Urwald sowieso fast niemand durchblicke.

«Pseudo-Wettbewerb nervt»

Ähnlich sieht es EVP-Grossrat Ruedi Löffel, der sich partei-intern für eine Ja-Parole der bernischen EVP einsetzen wird. «Der Pseudo-Wettbewerb nervt, ein Grossteil der Versicherten hat davon keinen Nutzen.»

Die heutige Situation laufe den Patienten-Interessen oft zuwider, stellte die Pflegefachfrau und SP-Grossrätin Meret Schindler fest. Die Krankenkassen schauten vor allem auf die eigenen Finanzen, so dass beispielsweise ein alter Spitalpatient nur deshalb ins Pflegeheim abgeschoben werde, weil seine Kasse so Geld sparen könne.

Aus Sicht der Allgemeinärztin Denise Bloch hat das aktuelle System zu einem enormen Machtzuwachs der Krankenkassen geführt. «Hören wir auf, Gesundheit als etwas zu sehen, was dem Prinzip von Angebot und Nachfrage gehorcht», sagte Bloch. Eine intensivere Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen sei nur mit einer öffentlichen Krankenkasse möglich.

Mutter Stöcklis Telefon-Trick

Ein angenehmer Nebeneffekt der Einheitskasse wäre laut dem Komitee, dass der «Telefon-Terror» endlich aufhören würde. Allein in den letzten paar Wochen habe er drei Anrufe erhalten, bei denen ein Callcenter ihm einen Kassenwechsel schmackhaft machen wollte, sagte Ständerat Stöckli.

Seine Mutter erhalte ebenfalls regelmässig solche Anrufe. Sie wisse sich aber zu wehren: «Wenn sie dem Anrufer sagt, sie sei interessiert an einem Wechsel, müsse aber noch Rücksprache mit ihrem Vormund nehmen, dann ist das Gespräch jeweils schnell beendet.»

SDA/tan

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