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Heimangebot wird stärker gesteuert

Alle Kinder- und Jugendheime werden künftig vom kantonalen Jugendamt beaufsichtigt. Auch die Finanzierung soll vereinheitlicht werden

Künftig sollen alle Jugendheime einer einheitlichen Steuerung, Finanzierung und Aufsicht unterliegen. Hier das Jugendheim Lory in Münsingen (Symbolbild).
Künftig sollen alle Jugendheime einer einheitlichen Steuerung, Finanzierung und Aufsicht unterliegen. Hier das Jugendheim Lory in Münsingen (Symbolbild).
Walter Pfäffli

Die Heimstrukturen für Kinder und Jugendliche im Kanton Bern sind kompliziert und intransparent. Drei verschiedene Direktionen und vier Ämter operieren mit zwei unterschiedlichen Finanzierungsmodellen. Lange Zeit wussten die kantonalen Behörden nicht einmal, wie viele Berner Kinder tatsächlich in Heimen untergebracht sind.

Das soll sich nun ändern. Seit mittlerweile drei Jahren versucht das Jugendamt, Licht ins Dunkel zu bringen. Nun hat der Regierungsrat den Schlussbericht des Projekts zur Kenntnis genommen, wie dieser am Donnerstag mitteilte. Künftig sollen alle ambulanten und stationären Leistungserbringer inklusive Pflegefamilien einer einheitlichen Steuerung, Finanzierung und Aufsicht unterliegen.

Zuständig dafür wird das Jugendamt sein. Jährliche Vorauszahlungen an Heime, wie es sie bis heute gibt, werden abgeschafft. Neu erfolgt die Finanzierung über Vollkostenpauschalen.

Es gibt nur Schätzungen

Zudem will der Kanton genaue Zahlen über die Kostenentwicklung der Angebote erheben. «Aktuell gibt es lediglich eine Schätzung zu den stationären Aufenthalten», sagt Jugendamtleiterin Andrea Weik. In diesem Bereich geht der Kanton von jährlichen Kosten von 166 Millionen Franken aus.

Für ambulante Angebote liegt nicht einmal eine Schätzung vor. «Die genauen Zahlen werden erst ab diesem Jahr erhoben», so Weik. Unter Berücksichtigung der Gesamtkosten und des aktuellen Angebots, der Nutzung und des Bedarfs soll neu auch das künftige Angebot gesteuert werden. Auch eine solche Steuerung war bisher praktisch inexistent.

Die Umsetzung des neuen Modells soll kostenneutral verlaufen. Langfristig erhofft sich der Kanton aber Einsparungen. Wie hoch diese sein werden, kann Weik noch nicht sagen. Vorgesehen ist, dass das für die Umsetzung notwendige Gesetz im Januar 2021 in Kraft tritt.

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