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Hier spart der Kanton Bern beim Winterdienst

Der Kanton Bern reduziert nach den Sparbeschlüssen des Grossen Rats vom November ab sofort deutlich seinen Winterdienst auf den Kantonsstrassen. Wir zeigen wo der Kanton überall sparen will.

Wird der Schnee nicht geräumt, kappe man den Lebensnerv ihrer Region,  fürchtet man im Oberhasli. Etwa in der östlichsten Berner Gemeinde Gadmen, die Anfang 2012 durch eine Lawine blockiert wurde.
Wird der Schnee nicht geräumt, kappe man den Lebensnerv ihrer Region, fürchtet man im Oberhasli. Etwa in der östlichsten Berner Gemeinde Gadmen, die Anfang 2012 durch eine Lawine blockiert wurde.
Bruno Petroni
Barbara Kehrli, Gemeindepräsidentin von Gadmen
Barbara Kehrli, Gemeindepräsidentin von Gadmen
Bruno Petroni
Die Karte zeigt, welche Prioritäten beim Winterdienst auf den Kantonsstrassen im Oberland gelten.
Die Karte zeigt, welche Prioritäten beim Winterdienst auf den Kantonsstrassen im Oberland gelten.
Grafik BOM/Quelle Kanton Bern, Atlas der Schweiz
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Auf 300 der 2100 Strassenkilometer bleibt der Schnee nun länger liegen, und der Salzeinsatz wird eingeschränkt.

Der Kanton Bern schliesst laut einer Mitteilung vom Dienstag auch nicht aus, auf gewissen Strassenstücken wegen des reduzierten Salz- und Pflugeinsatzes ein Kettenobligatorium zu erlassen. Dazu gehören nicht nur Strecken im Berner Oberland und im Berner Jura, sondern auch Strassen im Mittelland.

So etwa die Verbindung vom Belper Riedliquartier hinauf auf den Belpberg und weiter nach Gerzensee sowie die Strasse Wynigen-Kappelen-Mühleweg.

Am Grimsel- und Sustenpass wird das kantonale Tiefbauamt zwischen Innertkirchen und Guttannen und zwischen Innertkirchen und Gadmen nicht nur eventuell ein Kettenobligatorium erklären. Es öffnet die Pässe künftig im Allgemeinen auch einen Monat später als bisher und schliesst sie zwei Wochen früher.

Kantonsstrassen 3. Klasse werden zudem im Winter zeitweise oder auf Teilabschnitten gesperrt, falls die Erschliessung eines Orts anderweitig möglich ist. Der Kanton Bern hat auf seiner Internetseite die Strassen aufgelistet, auf denen künftig der Winterdienst eingeschränkt wird.

Folge der Motorfahrzeug-Abstimmung vom September

Der bernische Grosse Rat beschloss im Rahmen der Beratungen zum Budget 2013 gegen hundert Sparmassnahmen. Damit erreichte er, dass der Kanton Bern mit einem ausgeglichenen Voranschlag ins Jahr 2013 gehen konnte. Zu den Massnahmen gehörte die Reduktion des Unterhalts der Kantonsstrassen um zwei Millionen Franken pro Jahr.

Die Kantonsregierung hatte diese Massnahme selber dem Grossen Rat vorgeschlagen. Allerdings nicht freiwillig: Diese und die anderen Sparmassnahmen begründete die Regierung im Wesentlichen mit dem Ja des Bernervolks zur Senkung der Motorfahrzeugsteuern am 23. September 2012.

Dieses Ja sowie eine Anpassung beim kantonalen Steuergesetz führe zu einem Loch in der Staatskasse im Umfang von 110 Millionen Franken, gab sie damals bekannt.

Massnahmen bleiben wohl über 2013 hinaus

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer geht davon aus, dass die beschlossenen Einschränkungen des Winterdiensts über das Jahr 2013 hinaus Bestand haben. Dies angesichts der schlechten finanziellen Aussichten des Kantons Bern, wie sie auf Anfrage sagte.

Der Kanton Bern habe die Massnahmen mit angrenzenden Kantonen wie Jura und Neuenburg nicht abgesprochen.

Hier finden Sie die Liste aller Strassen mit eingeschränktem Winterdienst.

SDA/toc

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