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In Bern kommt es zum Showdown

Christa Markwalder wird am 6. März nicht zum zweiten Wahlgang der Ständerats-Ersatzwahlen im Kanton Bern antreten. Der Abstand zu den beiden anderen Kandidierenden sei zu gross.

Nimmt sich selber aus dem Rennen um einen Sitz im Ständerat: Christa Markwalder (FDP).
Nimmt sich selber aus dem Rennen um einen Sitz im Ständerat: Christa Markwalder (FDP).
Keystone

Den zweiten Wahlgang der Ständerats-Ersatzwahl im Kanton Bern werden die beiden grossen Parteien SVP und SP unter sich ausmachen. FDP-Nationalrätin Christa Markwalder tritt am 6. März nicht mehr an. Und auch Marc Jost von der EVP verzichtet.

Sie liege nach dem ersten Wahlgang zu weit hinter den beiden Spitzenkandidaten Adrian Amstutz (SVP) und Ursula Wyss (SP), teilte Markwalder am Montagabend in einer persönlichen Erklärung mit. Sie sehe keine Chance, im zweiten Wahlgang zu gewinnen.

Stattdessen wolle sie sich «mit ungetrübter Motivation» im Nationalrat einsetzen, schrieb Markwalder. Bereits am Montagmorgen gab EVP-Kandidat Marc Jost seinen erwarteten Rückzug bekannt. Er erreichte von allen vier Kandidierenden deutlich am wenigsten Stimmen.

Weg frei für «Kampf der Titanen»

Mit dem Rückzug von Markwalder und Jost ist der Weg frei für den Showdown zwischen Amstutz und Wyss. Amstutz hatte den ersten Wahlgang am Sonntag mit 136'522 Stimmen für sich entschieden. Der Berner Oberländer punktete vor allem auf dem Land. Ursula Wyss kam auf 117''835 Stimmen. Sie holte ihre Stimmen vorwiegend in den Städten und Agglomerationen.

Wer im zweiten Wahlgang die Nase vorn haben wird, ist schwierig vorherzusagen. Eine Rolle dürfte spielen, wen die Mitteparteien nun am 6. März unterstützen.

BDP in verzwickter Lage

Am schwierigsten dürfte die Frage für die BDP sein, die sich vor wenigen Jahren im Krach von der SVP abgespalten hat. Der stramme SVP- ler Amstutz dürfte nicht unbedingt nach dem Geschmack vieler BDP- Anhänger sein. Allerdings dürften sich auch gemässigte Bürgerliche mit dem Gedanken schwer tun, SP-Frau Wyss zu unterstützen.

Die BDP will diese Frage am Dienstag diskutieren, wie ein Parteisprecher am Montag auf Anfrage sagte. Wie sich die FDP entscheidet, ist noch nicht bekannt. Die Parteispitze tagte am Montagabend noch an einer Sitzung. Die EVP-Geschäftsführung empfiehlt Stimmfreigabe.

Aus freisinniger Sicht komme die Unterstützung der linken Kandidatur nicht in Frage, und Amstutz sei innerhalb der FDP nicht unumstritten, begründete die Partei den Entscheid. Die EVP- Geschäftsführung empfiehlt Stimmfreigabe.

Beim zweiten Wahlgang am 6. März entscheidet sich nicht zuletzt auch, ob die SP den 2003 mit Simonetta Sommaruga erstmals errungenen Ständeratssitz verteidigen kann oder ob der Kanton Bern wie all die Jahre vorher wieder eine ungeteilte, bürgerliche Standesstimme erhält.

Wählerschaft mobilisieren

Beim ersten Wahlgang am Sonntag war die Beteiligung hoch. Dies auch deshalb, weil emotionale Vorlagen wie die Waffenschutzinitiative oder die Mühleberg-Abstimmung die Bevölkerung an die Urne lockten.

Beim 2. Wahlgang wird deshalb mitentscheidend sein, welche der beiden Parteien ihre Anhängerschaft besser mobilisieren kann, um an die Urne zu gehen.

SDA/pbe

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