Zum Hauptinhalt springen

Innert Minuten über 200 Millionen für Informatik genehmigt

Der Grosse Rat hat innert weniger Minuten 222,8 Millionen Franken für Informatik-Bedürfnisse der Kantonsverwaltung genehmigt. Allein für die Wartung und Weiterentwicklung von Applikationen in der Finanzdirektion sprach er 94,6 Millionen.

Der Grosse Rat hat am Montag 222,8 Millionen Franken für die Informatik-Bedürfnisse der Kantonsverwaltung durchgewunken.
Der Grosse Rat hat am Montag 222,8 Millionen Franken für die Informatik-Bedürfnisse der Kantonsverwaltung durchgewunken.
Keystone

Das vom Grossen Rat am Montag gesprochene Geld wird in den Jahren 2017 bis 2020 fliessen. Die Fach- und Konzernapplikationen der Finanzdirektion bildeten «das technische Rückgrat für praktisch sämtliche Geschäftsprozesse der Kantonsverwaltung», schrieb der Regierungsrat zu diesem Rahmenkredit dem Grossen Rat.

Wenn dieser Ja sage zu den 94,6 Millionen Franken, könne der Kanton beispielsweise weiterhin Rechnungen versenden und den Angestellten die Gehälter auszahlen.

66,4 Millionen Franken fliessen in Produkte und Dienstleistungen des kantonalen Amts für Informatik und Organisation (KAIO). Dessen Leistungen ermöglichten der Kantonsverwaltung, ihre Aufgaben zu erfüllen, schreibt die Regierung. Bei diesen 66,4 Millionen Franken handelt es sich um einen Kredit für das Jahr 2017.

36 Millionen Franken bewilligte der Grosse Rat für die Beschaffung von Lizenzen der Firma Microsoft. Erst wenn der Kanton Bern die in der ICT-Strategie vorgesehene Zentralisierung der ICT-Grundversorgung abgeschlossen habe, könne er prüfen, ob ein Teil der Microsoft-Software durch Open-Source-Software abgelöst werden könne.

Das schreibt der Regierungsrat in seinem Vortrag an den Grossen Rat. Bei Open-Source-Software handelt es sich um Programme mit frei zugänglichem Quellcode; ICT bedeutet Informations- und Kommunikationstechnologie.

Sichere Informatik dank neuer Strategie

Damit der Kanton Bern diese ICT-Strategie 2016 bis 2020 umsetzen kann, bewilligte der Grosse Rat 17,3 Millionen Franken. Die Strategie soll sicherstellen, dass nebst den sieben Direktionen der Kantonsverwaltung auch die Staatskanzlei, die Gerichtsbehörden und die Staatsanwaltschaft über eine effiziente und sichere ICT verfügen.

Die Strategie zielt gemäss Grossratsunterlagen darauf ab, dass die ICT-Infrastruktur verwaltungsweit standardisiert wird. Die Fachleute des Kantons gehen davon aus, dass die ICT-Strategie dem Kanton Bern ab dem Jahr 2020 jährliche Einsparungen von rund 14,2 Millionen Franken einbringen wird.

Mit ERP Support vereinfachen

94,6 plus 66,4 plus 36 plus 17,3 Millionen Franken ergeben 214,3 Millionen: Es fehlen also noch 8,5 Millionen Franken, um auf den eingangs erwähnten Betrag von 222,8 Millionen Franken zu kommen. Dieses Geld fliesst - bis ins Jahr 2019 - in ein Projekt namens Enterprise Resource Planning (ERP).

Sobald es umgesetzt ist, kann der Kanton Bern nach Angaben des Regierungsrats seine Supportprozesse wesentlich einfacher und effizienter ausführen. Die Kantonsregierung geht von jährlichen Einsparungen von rund 15 Millionen Franken aus, wenn ERP einmal umgesetzt ist.

Das Berner Kantonsparlament genehmigte die fünf (Rahmen-)Kredite viermal ohne Gegenstimmen, einmal mit deren vier. Bis zu 24 Grossratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Alle Beschlüsse des Grossen Rats unterliegen dem fakultativen Finanzreferendum.

SDA/chh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch