International School of Berne: Parlament spricht Millionen

Die International School of Berne in Gümligen erhält vom Kanton 3,9 Millionen Franken für ihren Neubau. Die Schule sei wichtig für den Wirtschaftsstandort Bern, befand die Ratsmehrheit.

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Der Kanton Bern zahlt 3,9 Millionen Franken an den Neubau der International School of Berne in Gümligen. Mit 87 zu 46 Stimmen bei 16 Enthaltungen hat der Grosse Rat den Kredit am Mittwoch gutgeheissen, obwohl zahlreiche Sprecher den «Landverschleiss» anprangerten.

Die Bedeutung der Schule für den Wirtschaftsstandort Bern überwiege die raumplanerischen Bedenken, befand die Ratsmehrheit. Wolle die Hauptstadtregion Bern grosse ausländische Firmen anlocken, müsse sie eine solche Schule als Trumpf vorweisen können.

Das neue Schulhaus am Standort Siloah-Süd in Gümligen kostet 29 Millionen Franken. Der Regierungsrat wollte ursprünglich einen Kantonsbeitrag von 5 Millionen Franken leisten, zog das Geschäft aber Anfang Jahr zurück.

Im zweiten Anlauf ging es noch um 3,9 Millionen Franken. Zudem wird der Beitrag nicht wie ursprünglich geplant der Privatschule ausgerichtet, sondern der Berner Mobiliar Asset Management. Sie ist die Erstellerin des Gebäudes und reduziert im Gegenzug den Mietzins für die ISBerne.

Gegner in sieben Fraktionen

Für Unbehagen sorgten im Grossen Rat vor allem die eingeschossige Bauweise und der damit verbundene grosse Landverbrauch. Dass etwa viereinhalb Fussballfelder überbaut würden, sei ein raumplanerischer Sündenfall, sagte Natalie Imboden (Grüne/Bern).

Eine Mehrheit der Grünen lehnte den Kantonsbeitrag aus diesem Grund ebenso ab wie die halbe EVP-Fraktion und eine Minderheit bei SP, SVP, BDP und FDP.

Widerstand kam auch von den meisten Grünliberalen. Deren Sprecher Thomas Brönnimann (Köniz) bezweifelte, dass die Privatschule überhaupt Staatsgelder benötige. Wer sich teures Bauland in grossem Stil leisten könne, habe kaum ein Finanzproblem.

Staatsgelder für Privatschule

«Wir sind weder Eigentümer noch Bauherr, und das Projekt ist bereits bewilligt», entgegnete Jakob Schwarz (EDU/Adelboden). Der Landverschleiss möge bedauerlich sein, doch die Schule sei wichtig für den Kanton Bern. Der Fall zeige im übrigen auf, wie schwer die beabsichtigte Verdichtung nach innen in der Praxis sein werde.

Man könne sich zwar fragen, ob eine private Schule überhaupt vom Kanton unterstützt werden solle, sagte Andreas Blank (Aarberg) namens der SVP. Für die grosse Mehrheit seiner Fraktion überwiege aber die Bedeutung der ISBerne für den Wirtschaftsstandort Bern.

«Kein Sündenfall»

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher sagte, er könne keinen raumplanerischen Sündenfall erkennen. Das gesamte Grundstück sei 50«000 Quadratmeter gross, davon würden 20'000 m2 weiterhin landwirtschaftlich genutzt und weitere 20'000 für Pausenareale, Sportplätze, Parkplätze und dergleichen verwendet.

Hätte man mehrgeschossig gebaut, wäre man nicht wesentlich Platz gespart worden, befand Rickenbacher. Er verwahrte sich im übrigen gegen den Vorwurf, das Geschäft sei schlecht vorbereitet worden.

cla/sda

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