Zum Hauptinhalt springen

Justiz ändert Bussenpraxis für Kollision mit Wildtieren

Wer mit seinem Fahrzeug auf Berner Strassen mit einem Wildtier kollidiert, muss künftig keinen Schadenersatz mehr für das tote Tier bezahlen. Ein Autofahrer hatte erfolgreich geklagt.

Ein Autofahrer sollte 1000 Franken Wertersatz für ein überfahrenes Rehkitz bezahlen. Er wehrte sich erfolgreich dagegen.
Ein Autofahrer sollte 1000 Franken Wertersatz für ein überfahrenes Rehkitz bezahlen. Er wehrte sich erfolgreich dagegen.
Urs Baumann

Künftig muss im Kanton Bern kein Schadenersatz für ein überfahrenes Wildtier bezahlt werden. Die Berner Justiz hat ihre Bussenpraxis zum sogenannten Wertersatz geändert. Christof Scheurer, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des Konsumentenmagazins «Espresso» von Schweizer Radio SRF.

Konkret gab die Staatsanwaltschaft einem Automobilisten recht, der sich dagegen wehrte, dass er für ein überfahrenes Rehkitz 1000 Franken Wertersatz hätte hinblättern sollen. Hingegen muss der Mann eine Busse von 300 Franken zahlen, weil er die Kollision erst am nächsten Tag bei der Polizei gemeldet hat. Wer eine Kollision mit einem Wildtier sofort bei der Polizei meldet, muss künftig weder Bussen noch den Wertersatz berappen.

Gleichbehandlung aller Automobilisten

Mit der Praxisänderung sorgt die Staatsanwaltschaft für eine Gleichbehandlung aller Automobilisten. Denn wer eine Kollision mit einem Wildtier sofort bei der Polizei meldet, muss keinen Wertersatz berappen - ausser es wird ihm ein Verschulden für die Tötung oder Verletzung des Tiers nachgewiesen.

Unfälle mit einem Wildtier sollten unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Ein Merkblatt des Schweizer Tierschutzes empfiehlt betroffenen Automobilisten, sich einem angefahrenen Wildtier auf keinen Fall zu nähern. Zudem solle man nicht versuchen, einem verletzten Tier selber zu helfen, sondern auf die Ankunft von Polizei oder Jagdinspektor zu warten.

SDA/tag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch