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Der Kanton bezahlt Bonus für Kampf gegen den Borkenkäfer

Fichten, die vom Borkenkäfer befallen sind, sollen möglichst rasch entfernt werden. Der Kanton schafft einen finanziellen Anreiz für Waldbesitzer.

Larven des Borkenkäfers haben sich unter der Rinde einer Fichte durchgefressen.
Larven des Borkenkäfers haben sich unter der Rinde einer Fichte durchgefressen.
Nicole Philipp, Keystone

Es regnet in Strömen und ist kühl. Was den Bademeistern ein Graus ist, ist für die Forstarbeiter im Wald bei Zauggenried ein Segen. Denn bei diesem Wetter kann sich der Borkenkäfer nur schlecht vermehren.

Trotzdem geht den Angestellten der Waldeigentümerorganisation Bufra GmbH die Arbeit nicht aus. Mit der Motorsäge fällen sie eine vom Käfer befallene Fichte. Ein paar Meter weiter liegt eine schon zersägte Fichte. Bufra-Geschäftsleiter Adrian Schär löst die Rinde ab: Zum Vorschein kommen die typischen Fressspuren der Käferlarven.

Viel Käferholz

Das letzte Jahr war wegen des Extremwetters in Sachen Borkenkäfer besonders schlimm. Der Wintersturm Burglind sorgte im Januar 2018 für viel Fallholz, im heissen und trockenen Sommer vermehrten sich die Borkenkäfer fast explosionsartig.

Rund 80000 Kubikmeter Käferholz fiel 2018 im ganzen Kanton an, die doppelte Menge eines Durchschnittsjahres. Und in diesem Frühjahr sind es bereits wieder 30000 Kubikmeter.

Um eine weitere Vermehrung der Borkenkäfer einzudämmen, ergreift der Kanton zusätzliche Massnahmen. Im Rahmen des Forstschutzprogramms unterstützt er auch jene Waldbesitzer, die sich nicht im eigentlichen Käferbekämpfungsgebiet (Wälder mit Schutzfunktion) befinden.

«Befallene Bäume sollen rasch entfernt werden», sagte Caroline Heiri, Leiterin der Waldabteilung Mittelland, am Dienstagvor den Medien. Damit diese zusätzlichen Massnahmen umgesetzt werden, hat der Kanton finanzielle Anreize geschaffen. Für die intensive Überwachung von nadelholzreichen Wäldern bezahlt der Kanton 10 Franken pro Hektare.

Weitere 40 Franken Bonus pro Hektare werden Ende Jahr ausbezahlt für das zeit- und fachgerechte Entfernen von befallenen Bäumen. Die Gebiete müssen jeweils eine Fläche von mindestens 500 Hektaren umfassen. Damit sind Waldbesitzer gezwungen, zusammenzuarbeiten.

«Wir gelten nicht die Schäden ab, sondern helfen jenen, die den Wald bewirtschaften und so zu dessen Verjüngung beitragen», sagte Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP). Das Programm ist vorerst auf 2019 beschränkt. Amman wies darauf hin, dass sich auch der Grosse Rat in der Sommersession damit beschäftigen werde.

Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann. (Bild: Nicole Philipp)
Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann. (Bild: Nicole Philipp)

Appell an Holzwirtschaft

Caroline Heiri nannte vier Faktoren, von denen der Erfolg des Programms abhänge: eine gute Zusammenarbeit zwischen den Trägerschaften und dem Kanton, das Engagement der Waldbesitzer, ein aufnahmefähiger Holzmarkt und eine günstige Witterung.

Das Wetter könne der Kanton nicht beeinflussen, fügte Ammann an. Und auch in den Holzmarkt könne der Kanton nicht eingreifen. Es bleibe ihm, so Ammann, nur der Appell an die Verantwortlichen der Wald- und Holzwirtschaft, sich für einheimisches Holz zu engagieren.

SDA/chh

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