Kanton treibt Digitalisierung voran

Das Patientendossier wird im Kanton Bern elektronisch.

(Symbolbild)

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(Bild: Patric Spahni)

Der Kanton Bern hat erstmals eine Gesundheitsstrategie vorgelegt. In dem 56-seitigen Papier analysiert die Gesundheits- und Fürsorgedirektion von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg die Situation im Gesundheitswesen und setzt Ziele für die Jahre 2020 bis 2030. Gefördert werden soll angesichts der weiterhin steigenden Kosten insbesondere die integrierte Versorgung, also die Zusammenarbeit der Leistungserbringer. So sollen sich etwa Spitäler und Psychiatrie annähern.

Wesentlich für eine bessere Vernetzung ist gemäss der Strategie die Digitalisierung. Eine zentrale Bedeutung komme dem elektronischen Patientendossier zu, das schweizweit ab 2020 schrittweise eingeführt wird. Der Kanton Bern hat die Einführung aktiv unterstützt. Dies unter Beachtung des Datenschutzes, wie es heisst.

Auch sollen erste Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung und mit Telemedizin gesammelt werden. Denn neue Technologien könnten womöglich die Bedürfnisse der Bevölkerung besser abdecken, insbesondere im ländlichen Raum, wo die hausärztliche Versorgung zunehmend nicht mehr gesichert ist. Dem Fachkräftemangel soll ferner durch neue Arbeitsmodelle begegnet werden, mit denen Beruf und Familie besser vereinbar sind.

Mehr Prävention

Der Kanton wird gemäss der Strategie auch die Gesundheitsförderung und die Prävention stärken. Dies insbesondere im Umfeld der Schule. Denn einzelne Bevölkerungsgruppen beanspruchen laut der Analyse sehr umfassende medizinische Leistungen, ohne dass dies nötig wäre. Andere wiederum hätten zwar Bedarf, gehen aber nicht zum Arzt, was höhere Behandlungskosten zur Folge haben kann.

Insgesamt strebt der Kanton eine «bedarfsgerechte und finanzierbare Versorgung an». Konkrete Einzelmassnahmen etwa zur Zahl der Spitäler enthält die Strategie zwar nicht. Basierend auf dem Grundsatzpapier will die Gesundheits- und Fürsorgedirektion aber in einem zweiten Schritt mit Interessenvertretern Teilstrategien entwickeln. Zuerst können sich Parteien, Verbände und Gemeinden dazu äussern, was sie von der neuen Gesundheitsstrategie halten. Die Konsultation läuft noch bis zum 10. Januar.

jw

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