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Kanton startet eine Vorlehre für Flüchtlinge

Mit einer speziellen Vorlehre will der Kanton anerkannte Flüchtlinge auf eine Lehre oder einen Job vorbereiten.

Die Vorlehre beinhaltet nebst schulischen auch praktische Elemente.
Die Vorlehre beinhaltet nebst schulischen auch praktische Elemente.
Fotolia

Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen können sich ab kommendem Sommer im Kanton Bern mit einer speziellen Vorlehre auf eine Lehrstelle oder auf eine Erwerbsarbeit vorbereiten. Angestossen hat das vierjährige Pilotprojekt der Bundesrat.

In der sogenannten Vorlehre Integration erhalten die Teilnehmenden Unterricht an der Berufsfachschule und erarbeiten sich praktische Kompetenzen, wie die bernische Erziehungsdirektion am Montag mitteilte.

Angeboten wird eine solche Vorlehre in den Berufsfeldern Bau, Detailhandel, Dienstleistung Hauswirtschaft, Logistik und Gesundheit, Garten, Gastronomie, Landwirtschaft und Medientechnologie.

Für die Vorlehre in Frage kommen Personen im Alter von 18 bis 35 Jahre. Die vorläufig Aufgenommenen oder anerkannten Flüchtlinge besitzen bereits Berufserfahrung oder eine Ausbildung in ihrem Heimatland. Ausserdem müssen die Interessierten elementare Deutschkenntnisse vorweisen können. Für französischsprachige Personen besteht das Angebot der Integrationsvorlehre auf Anfrage.

Von den Interessenten wird ausserdem erwartet, dass sie motiviert sind, einen Beruf zu erlernen und sich bewusst sind, dass sie nach der Vorlehre noch zwei bis vier weitere Jahre in die Ausbildung investieren müssen, um ein Fähigkeitszeugnis oder Berufsattest zu erhalten.

Betriebe gesucht

Für die Betriebe bietet die Integrationsvorlehre die Möglichkeit, ihre zukünftigen Lernenden oder Arbeitnehmenden während eines Jahres kennenzulernen. Im Kanton Bern laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten zum Start der Integrationsvorlehre. Ab Januar werden erste Anmeldungen von zuweisenden Stellen erwartet.

Noch gesucht werden Betriebe, die solche Vorlehren anbieten. Ein paar wenige Zusagen liegen vor, aber «wir suchen noch Betriebe», betonte Simone Grossenbacher von der Projektleitung am Montag auf Anfrage. Grossenbacher weiss, dass es nicht ganz einfach ist, solche Betriebe zu finden. Doch das Projekt sei gut aufgegleist und breit abgestützt.

Betriebe, die eine solche Vorlehre anbieten, übernähmen gesellschaftliche Verantwortung, schreibt die Erziehungsdirektion in ihrer Mitteilung. Mit der Integration könne die Abhängigkeit von der Sozialhilfe reduziert werden.

Die Erwerbsintegration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen solle in der Schweiz rascher und nachhaltiger gelingen, forderte der Bundesrat vor rund zwei Jahren. Er lancierte damit ein vierjähriges Pilotprogramm.

Nach den Vorstellungen des Bundesrats sollten pro Jahr 800 bis 1000 Personen eine Integrationsvorlehre abschliessen. Die Kantone konnten beim Staatssekretariat für Migration (SEM) ihr Interesse signalisieren. Der Kanton Bern hat dies getan und vom SEM grünes Licht erhalten.

SDA/nik

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