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Kanton zahlt weiter Millionen für Viehmärkte

Trotz Spardruck will der Grosse Rat an der Unterstützung von Tierschauen und Viehmärkten im Kanton Bern festhalten. Jährlich stehen dafür 2,7 Millionen Franken zur Verfügung.

Es sei keine Kernaufgabe des Kantons, Viehschauen zu unterstützen, so der Grünliberale Michael Köpfli.
Es sei keine Kernaufgabe des Kantons, Viehschauen zu unterstützen, so der Grünliberale Michael Köpfli.
Franziska Honegger

Die Schlachtviehmärkte und Tierschauen im Bernbiet werden vom Kanton weiterhin mit Millionen unterstützt. Der Grosse Rat lehnte es am Donnerstag bei der Beratung des Sparpakets ab, die Kantonsbeiträge von jährlich 2,7 Millionen Franken ab 2019 ersatzlos zu streichen.

Er habe nichts gegen Tierschauen mit ihrem folkloristischen Wert und auch nichts gegen Schlachtviehmärkte, beteuerte der Grünliberale Michael Köpfli. Doch deren Unterstützung sei keine Kernaufgabe des Kantons. Selbst Landwirtschaftskantone wie Luzern hätten sie mittlerweile abgeschafft.

Die Produzenten könnten sich selber organisieren. Ausserdem sei die Digitalisierung auch für die Landwirtschaft eine Chance. Mit einem geeigneten App könne der Bauer womöglich schon bald den Zwischenhandel ausschalten. Unterstützt wurde Köpfli von einem Teil der Grünen.

Widerstand kam von SVP, BDP, FDP, EVP, EDU und der Mehrheit der SP. Die Landwirtschaft beteilige sich mit fast zwei Millionen Franken am Sparpaket und sie sei auch bereit, die von der Regierung bei den Märkten geplante Kürzung von 200'000 Franken zu akzeptieren, aber die ersatzlose Streichung sei unzumutbar.

Viele Bauern, die noch Kühe halten, befänden sich in Randregionen. Wollten diese Bauern in den Markt eingreifen, müssten sie ihre Tiere an Märkte bringen können. Die Transportkosten dafür seien zu hoch, wenn der Kanton keine Beiträge leiste.

«Erlebbare Tradition»

Auch Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann verteidigte die Kantonsbeiträge. Die Absatzförderung diene vor allem dem Berggebiet und den ländlichen Regionen. Tierschauen seien wichtig für die Region und das bäuerliche Netzwerk, sie stünden aber auch für erlebbare Traditionen und hätten eine touristische Wirkung.

Die Grünliberalen scheiterten mit ihrem Streichungsantrag deutlich. Mit 79 zu 58 Stimmen verwarf der Rat auch einen Antrag der SP, den Betrag um 400'000 Franken zu reduzieren. So bleibt es bei der Kürzung um 200'000 Franken.

Wenige Ausnahmen

Der Grosse Rat kämpft sich weiterhin durch das Sparpaket mit seinen 155 Einzelmassnahmen. Erst nächste Woche wird er die Beratungen abschliessen können. Bislang stellte er sich in den meisten Fällen hinter den harten Sparkurs der Regierung.

Eine Ausnahme machte er am Donnerstag bei den Beiträgen an Gebiete geringem Aufenthaltstourismus. Dazu gehören etwas das Berner Mittelland oder der Berner Jura. In diesen Regionen gibt es zwar zahlreiche Tagesgäste, aber nicht so viele Übernachtungen wie in klassischen Tourismusdestinationen. Für diese Gebiete soll der Kanton weiterhin 300'000 Franken jährlich zahlen.

Gnade walten liess der Rat zudem bei der Ehe- und Familienberatung. Gegen den Willen der Regierung entschied er, dass der Kanton weiterhin 400'000 Franken pro Jahr zahlen soll. Der Kanton finanziert die unabhängige Familienberatung fast vollständig und diejenige der Kirchen mit 20 Prozent.

SDA/tag

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