Landi will kleinere Filiale bauen

Konolfingen

Die Landi will wegen wirtschaftlichen Überlegungen eine wesentlich kleinere Filiale auf der Tonismatte in Konolfingen bauen. Das Baugesuch soll Ende Januar eingereicht werden.

900 statt 2000 Quadratmeter: Die Landi hat ihr Bauprojekt in Konolfingen überarbeitet.

900 statt 2000 Quadratmeter: Die Landi hat ihr Bauprojekt in Konolfingen überarbeitet.

(Bild: Beat Mathys)

Cedric Fröhlich@cedricfroehlich

Konolfingen wächst. Rund 5300 Menschen leben mittlerweile im Ort, der sich zu einem Knotenpunkt für Pendlerströme zwischen Thun, Bern und dem Emmental entwickelt hat. Entsprechend gross ist die Bautätigkeit: Siedlungen wachsen in die Höhe, der Bahnhof wird totalsaniert, die Migros ersetzt ihren veralteten Betonbunker durch einen Neubau.

Um ein Vorhaben am westlichen Ortseingang ist es derweil ruhiger geworden. Der lokale Sportartikelverkäufer Berger Sport und Wohnmobilhändler Steiner wollen auf der Tonismatte gemeinsam mit der Landi Aare bauen. Die Pläne dafür existieren seit mehr als fünf Jahren. Nach mehreren Verzögerungen hat die Landi ihr Projekt nun relativ drastisch überarbeitet.

Schlankere Variante

Die Verantwortlichen hatten mit mehreren Problemen zu kämpfen. Zuerst sprang Nestlé ab – der Weltkonzern war ebenfalls involviert, verwarf die Idee für ein Parkhaus auf der Parzelle aber wieder. Dann kam es zu Verzögerungen aufgrund der komplizierten baurechtlichen Verhältnisse.

Die Landi plante ursprünglich mit fast 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche, was wiederum eine Überbauungsordnung nötig machte. Im letzten Februar fand ein Informationsabend statt, es gab eine Mitwirkungsphase, und einige Anwohner zeigten sich besorgt wegen des Verkehrs und der Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Über die ÜO wäre irgendwann abgestimmt worden – der Ausgang war also ungewiss.

Aber dazu kommt es wohl nicht. Laut Beni Knecht, Geschäftsführer von Landi Aare, wird das Projekt «redimensioniert». Die Verkaufsfläche werde nur noch 900 Quadratmeter betragen, das gesamte Unterfangen verkleinert. Die ÜO wäre damit hinfällig. Die Landi wird ein generelles Baugesuch einreichen. «Voraussichtlich Ende Januar», so Knecht.

Die Abkehr von der Maximalvariante ist laut Knecht ein wirtschaftlicher Entscheid. «Sie wäre heute schlicht zu gross.» In den letzten Jahren habe sich der Detailhandel massiv verändert, weg von den riesigen Verkaufsflächen, hin zu kleineren. Zudem wandert das Geschäft ins Digitale ab.

Die Grossbank Credit Suisse geht gemäss einer am Mittwoch veröffentlichten Studie davon aus, dass sich die Konkurrenz des internationalen Onlinehandels noch verschärfen wird. Es gab aber auch praktische Bedenken: «Es hätte Probleme bei der Anlieferung und der Trennung von Individual- und Schwerverkehr gegeben», sagt Knecht.

«Nüt verjufle»

Die Landi Aare hat Konolfingen als neue regionale Zentrale auserkoren und zum Ersatzstandort für die älteren Läden in der Umgebung – namentlich jenen in Grosshöchstetten. Die dortige Filiale ist zu klein und auf Sonderbewilligungen angewiesen; die letzte läuft Ende 2021 aus. Die Uhr tickt.

Beni Knecht betont die Wichtigkeit des Standortentscheids: «Wir haben enorm viel investiert – auch wenn man es noch nicht sieht.» Und obschon die Sache langsam, aber sicher drängt, will er «nüt verjufle». «Die oberste Zielsetzung ist nicht, den Laden möglichst schnell zu eröffnen.» Bei einem Bauvorhaben gehörten Einsprachen dazu, die bereinigt werden müssten. Das brauche alles seine Zeit.

Die Gemeinde Konolfingen hat die Umzugspläne der Landi mehrfach begrüsst. Sie will auch in Zukunft wachsen. Erklärtes Ziel sind 6000 Einwohnerinnen und Einwohner – bis zum Ende des Jahrzehnts.

Berner Zeitung

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