Noch immer wird im Kanton Bern jeden Tag zwölfmal eingebrochen

Erfreuliche Entwicklung: Die Kantonspolizei Bern hat letztes Jahr fünf Prozent weniger Delikte registriert als im Jahr 2014. Das ist seit Jahren der tiefste Stand an Straftaten.

Die Kapo Bern hat im letzten Jahr weniger Delikte registriert als noch 2014. Noch immer wird im Kanton Bern aber im Schnitt zwölfmal täglich eingebrochen.

Die Kapo Bern hat im letzten Jahr weniger Delikte registriert als noch 2014. Noch immer wird im Kanton Bern aber im Schnitt zwölfmal täglich eingebrochen.

(Bild: Fotolia)

Stefan Blättler ist am Montag wohl mit gutem Gefühl vor die Medien getreten: Der Kommandant der Berner Kantonspolizei konnte einen Rückgang der Kriminalität im Kantonsgebiet vermelden. Nach Statistik erfasste die Polizei im letzten Jahr insgesamt 73 980 Straftaten. Das sind 3237 weniger als noch im Vorjahr. Das bernische Resultat deckt sich mit der landesweiten Kriminalstatistik, die ebenfalls von einer starken Abnahme der Delikte zeugt.

In 75,6 Prozent der Fälle handelt es sich um Delikte, die das Strafgesetzbuch betreffen. Darunter fallen etwa schwere Körperverletzung, Mord oder Vermögensdelikte. Letztere machen in der Kriminalstatistik drei Viertel der Strafgesetzbuchde­likte aus. 18,4 Prozent der Fälle sind Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die restlichen Straftaten entfallen auf das Ausländergesetz sowie auf weitere Bundesnebengesetze.

Täglich zwölf Einbrüche

Wie Thomas Sollberger, Chef der Kriminalabteilung, ausführte, gab es 2015 bei den Straftaten gemäss Strafgesetzbuch einen Rückgang von insgesamt 5 Prozent. «Die Abnahme basiert wie bereits 2014 vor allem auf dem Rückgang der Vermögensdelikte.» So konnte die Polizei bei den Diebstählen einen Rückgang von 14 Prozent verzeichnen. Insbesondere die Zahl der Einbruchdiebstähle nahm nach einem Tiefstand 2014 erneut um zehn Prozent auf total 4332 Fälle ab. Allerdings, so Sollberger, werde im Kanton Bern noch immer ­täglich zwölfmal eingebrochen. «Das ist zwar weniger als im Vorjahr, aber immer noch zu viel.»

Gestiegen ist jedoch die Zahl der Einschleichdiebstähle, um 22 Prozent auf 1330. Dabei gelang es den Tätern, durch unverschlossene Türen und Fenster einzudringen. Kommandant Blättler betonte denn auch, dass die Polizei hier auch 2016 einen Schwerpunkt setze. Zwar sei die Auf­klärung von Vermögensdelikten schwierig. Letztes Jahr habe jedoch die Aufklärungsquote von 15,8 auf 18,9 Prozent gesteigert werden können. «98 Personen konnten im Zusammenhang mit Einbruch- und Einschleichdelikten in flagranti angehalten werden», so Blättler.

«Dies war nicht zuletzt auch dank wertvoller Hinweise aus der Bevölkerung möglich.» Mit über 85 Prozent lag die Aufklärungsquote sowohl bei Straftaten gegen Leib und Leben als auch bei Sexualdelikten sehr hoch. Kriminalchef Sollberger erklärt dies damit, dass sich im Gegensatz zu Vermögensdelikten hier Täter und Opfer oft kennen.

Insgesamt haben zwar auch die Gewaltstraftaten abgenommen. Dies gilt aber nicht für schwere Gewalt: Hier gab es eine Zunahme um 12 Prozent, was 18 Fällen entspricht. Rückläufig waren dagegen die Anzeigen wegen Raubdelikten (–9 Prozent) sowie jene wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (–21 Prozent). Hier kam es 2015 zu 382 Delikten, 75 Prozent der Opfer waren Polizisten.

Prävention in Asylzentren

Letztes Jahr verzeichnete die Polizei bei den von Kriminaltouristen begangenen Delikten einen Anstieg von 2,9 Prozent. Erneut gesunken ist dagegen die Zahl der beschuldigten Asyl­bewerber. Einen Grund dafür sieht Blättler in der Prävention. Seit 2015 würden Polizisten und Präventionsfachleute Asylunterkünfte aufsuchen. «Wir vermitteln den Leuten dabei unsere Regeln, wie etwa, dass Frauen und Männer hier gleichberechtigt sind, oder wie man sich im Strassenverkehr korrekt verhält.»

Berner Zeitung

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