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Ohne Guggen keine Fasnacht

Mit einem «Vorschpiu» haben Guggen auf die Fasnacht aufmerksam gemacht. Nachwuchs war dabei aber kaum auszumachen.

«Vorschpiu» in Lyss: Bald gilt es für die Fasnächtler richtig ernst.
«Vorschpiu» in Lyss: Bald gilt es für die Fasnächtler richtig ernst.
Manuel Zingg

Die Fasnacht naht, auch im ­Kanton Bern. Was für die einen eine Lärmbelästigung ist, gilt für andere als Höhepunkt des Jahres. Die Vorfreude bei Letzteren ist so gross, dass sie ihre Songs und Kostüme bereits vor dem offi­ziellen Start präsentieren. So ­haben die Lyssbachfäger für letzten Samstag zu einem «Vor­schpiu» eingeladen.

Bunt bemalte Katzendamen sind diesem Aufruf ebenso gefolgt, wie Zauberer mit Spitzhüten und eine Delegation der Mafia. Sie alle wippten beim Schulhaus Herrengasse begeistert zu den Darbietungen der ­Musikanten. Stark vertreten ­waren dabei die Guggen aus dem Kanton Luzern. Doch insgesamt blieb der Besucherandrang überschaubar.

Da stellt sich die Frage, ob die Fasnacht im Kanton Bern wirklich Fuss fassen konnte, ob man sie zum Brauchtum zählen kann oder ob sie sich bereits auf dem Weg in Richtung Vergangenheit befindet. Für die Fasnächtler in Lyss ist klar: Sie wollen sich amüsieren und festen, auch hier im Kanton Bern.

Fasnachtskalender 2018: Wann findet im Kanton Bern welche Fasnacht statt? Zum Vergrössern hier klicken.
Fasnachtskalender 2018: Wann findet im Kanton Bern welche Fasnacht statt? Zum Vergrössern hier klicken.

Wellenbewegung

Für Dominik Sahli, Präsident der Lyssbachfäger, stellt sich eine ganz andere Frage, die des Nachwuchses. «Ohne Guggen ist jede Fasnacht dem Untergang geweiht.» Und Mitglieder zu ge­winnen, sei nicht einfach. In Lyss ­ortet er eine Wellenbewegung.

«Ohne Guggen ist jede Fasnacht dem Untergang geweiht.»

Dominik Sahli, Lyssbachfäger

Nach einer Hochphase sei es in den letzten 5 Jahren schwierig geworden, neue Leute zu finden. Mit dem Beitritt in einen Verein oder eine Gugge verpflichte man sich gleichzeitig, Zeit für die ­Aktivitäten zu reservieren.

Da die Lyssbachfäger einen eher hohen Musikstandard anstreben, üben sie normalerweise einmal die Woche. Dazu kommen Gastauftritte und das Nähen eines Gwändli, wie sie das Kostüm nennen. Auch die Organisation des «Vorschpiu» war mit viel Aufwand verbunden.

Trotzdem, die Lyssbachfäger können seit ihrer Gründung vor 15 Jahren auf ein eingespieltes Kernteam zählen. Fünf der acht Gründungsmitglieder sind noch dabei. Insgesamt spielen 22 ­Musiker während der närrischen Zeit auf.

Rivalität zwischen Guggen

Dass unter den Guggen auch ­Rivalität bei der Mitgliederanwerbung herrscht, hat Sahli selber erlebt. Zusammen mit weiteren 16- bis 18-Jährigen wollte er vor 15 Jahren nicht die Musik der gestandenen Guggen von Lyss spielen.

«Wir wollten etwas erschaffen, statt mitschaffen, und uns gefielen auch die Kostüme nicht.» Der Alleingang der jugendlichen Gruppe löste bei gestandenen Fasnächtlern Empörung aus. Heute habe sich die Situation entspannt.

Die Lyssbachfäger wollten auch nicht um jeden Preis wachsen. Neue Leute gerne, aber sie sollten am gleichen Strick ziehen: Man stehe auf jüngeren Sound und bleibe bei den einfachen Gwändli.

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