Zum Hauptinhalt springen

Personalverbände feiern 15 Jahre GAV in Berner Spitälern

15 Jahre Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in Berner Spitälern: Das ist drei Personalverbänden des Gesundheitswesens ein Fest wert.

2005 wurde der GAV von der Bevölkerung an der Urne im kantonalen Spitalversorgunsgesetz verankert
2005 wurde der GAV von der Bevölkerung an der Urne im kantonalen Spitalversorgunsgesetz verankert
Markus Hubacher

Es steigt am Freitagabend in Bern. Am Morgen betonten Vertreterinnen der Verbände an einer Medienkonferenz die Bedeutung des Spital-GAV.

In den Spitälern der Schweiz bleibe ja seit Jahren kein Stein auf dem anderen, sagte Bettina Dauwalder, Sekretärin der Gewerkschaft VPOD, laut Redetext vor den Medien in Bern. In diesem instabilen Umfeld komme geregelten Arbeitsbedingungen ein hoher Stellenwert zu.

Nicht nur das Personal profitiere vom GAV, sagte Tamara Bütikofer vom Schweizerischen Verband der Pflegefachfrauen und -männer (SBK): Ein GAV sorge für motiviertes Personal und das komme auch Patienten und den Arbeitgebern zu Gute. Motiviertes Personal sei produktiver und bleibe dem Betrieb treu.

Erster Spital-GAV in Deutschschweiz

Die Geschäftsführerin des Verbands schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO), Rosmarie Glauser, erinnerte an die Anfänge im Jahr 1999: Damals unterzeichneten als erste Spitäler das Spitalzentrum Biel, die Spitalgruppe Berner Oberland A (heute Spital STS AG) und das Spital Interlaken den GAV.

Es war der erste GAV in der Deutschschweizer Spitallandschaft. Und erstmals wurde die Arbeitszeit der Assistenzärzte auf maximal 50 Stunden pro Woche (heute 46 Stunden) herabgesetzt. Der GAV sei in den 15 Jahren ständig weiterentwickelt worden, sagte Glauser weiter. Und im Jahr 2010 verhandelten erstmals nicht mehr Spitäler mit den Personalverbänden, sondern der Dachverband der öffentlichen Spitäler des Kantons Bern «diespitäler.be».

«Die Verhandlungen waren immer ein Nehmen und Geben», lobte Glauser laut Redetext. «Man begegnete sich auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt». Das habe zu guten Lösungen geführt. Sieben Regionale Spitalzentren, ein Pflegeheim und eine Spitex-Organisation wenden heute den Spital-GAV an. Ihm sind mehr als 8500 Beschäftigte unterstellt.

2005 wurde der GAV von der Bevölkerung an der Urne im kantonalen Spitalversorgunsgesetz verankert. Seither müssen alle Spitäler auf der kantonalen Spitalliste - also auch Privatspitäler - entweder den GAV unterzeichnen oder dem Personal gleichwertige Bedingungen anbieten.

Gespräche mit psychiatrischen Kliniken

Trotz der Verankerung des GAV im Spitalversorgungsgesetz bleibt es für die Personalverbände ein Ziel, auch die Privatspitäler zur Unterzeichnung des GAV zu bewegen. Zudem möchten sie auch das Inselspital und die kantonalen psychiatrischen Kliniken ins Boot holen.

Die drei kantonalen psychiatrischen Kliniken sollen ja verselbständigt werden. Laut Bütikofer laufen Gespräche zwischen den Personalverbänden und diesen drei Institutionen.

SDA/sih

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch