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Quads und Motorschlitten entkommen der Polizei

Niemand weiss, wie viele Geländemotorräder Quads im Kanton Bern herumfahren. Und: Die Polizei kann kaum etwas dagegen tun.

Stellen die Polizei vor Probleme: Quads.
Stellen die Polizei vor Probleme: Quads.
Claude Prigent

Der grüne Berner Grossrat Pierre Amstutz (Corgémont) nervt sich über den Lärm und die Abgase von Geländefahrzeugen: im Winter von Motorschlitten, im Sommer von sogenannten Quads (vierrädrige Geländemotorräder). Er wollte deshalb vom Regierungsrat wissen, wie viele solcher Vehikel im Kanton Bern herumfahren und was gegen illegale Fahrten getan wird.Zahl der Quads unbekanntDoch im Kanton Bern existiert keine Statistik zu den Quads. Denn diese werden nicht separat, sondern als Kleinmotorfahrzeuge zugelassen. Die Zahl solcher Fahrzeuge ist von 2005 bis 2008 von 1052 auf 1522 gestiegen.Bekannt ist hingegen die Zahl der erteilten Bewilligungen für Motorschlitten mit Raupenantrieb. Denn dafür braucht es im Gegensatz zu den Quads eine Sonderbewilligung. 2005 gab es 248 und im laufenden Jahr 276 bewilligte Motorschlitten. Laut Regierung haben vor allem Bergbahnen ihren Fahrzeugbestand erhöht. Zudem gebe es mehr Schneebars und Pistenrestaurants, für deren Versorgung Motorschlitten eingesetzt würden. Die Regierung ist der Ansicht, dass die gesetzlichen Grundlagen zur Einschränkung des Verkehrs von Motorschlitten und Quads sowie zur Ahndung von Verstössen genügen. Das Problem sei der Vollzug: Die Kontrolle solcher Fahrzeuge in wenig begangenen Gebieten oder ausserhalb von Strassen und Wegen sei «äusserst schwierig». Die Kantonspolizei verfüge über keine geeigneten Fahrzeuge, um zum Beispiel fahrende Schlitten kontrollieren zu können. Zudem verkehrten die Fahrzeuge oft ohne oder mit abgedeckten Kontrollschildern. Und: «Die Helm tragenden Fahrzeugführer sind ohne Anhaltung in der Regel nicht zu identifizieren.»Die beste PräventionZwar können auch Wildhüter oder Förster Fahrer wegweisen. Eine aktive Verzeigung erfolgt aber nur, wenn das Wild konkret gestört wird. Die Regierung kommt daher zum Schluss: «Die Möglichkeiten zur Verhinderung der illegalen Fahrten in Wäldern und auf Weiden sind auf Grund der Verhältnisse begrenzt.» Die beste Prävention gegen «wilde» Fahrten sei die Präsenz von vielen Wanderern und Spaziergängern. «Daraus ergibt sich aber auch die Verdrängung derartiger Fahrten in Gebiete, die weniger frequentiert sind.»

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