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Rating zur Energiepolitik: Kanton Bern auf Rang 4

Ohne engagierte Kantone kann die Energiewende nicht gelingen. Bern kommt im Rating der kantonalen Energiepolitik des WWF Schweiz gut weg.

Gebäudeheizungen sind die grössten Energieverbraucher in der Schweiz. Die kantonalen Vorschriften zum Sanieren und zum Heizen sind darum entscheidend, wenn die Schweiz vom Erdöl und -gas wegkommen und die Energiewende schaffen will. Auch Förderinstrumente für Gebäudesanierungen und Erneuerbare Energien sind dafür wichtig – und sehr unterschiedlich ausgebaut, wie das Rating von Ernst Basler und Partner im Auftrag des WWF Schweiz zeigt.

Thurgau und Schaffhausen stellen am meisten Mittel für die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien bereit. In den beiden Basel und Genf sind die Rahmenbedingungen für die energetische Sanierung bestehender Gebäude am besten. Allerdings erreichen in dieser zentralen Kategorie auch die besten Kantone kein Topresultat – dazu bräuchte es Vorgaben, die zusätzliche Gebäudesanierungen anstossen.

Kanton Bern am strengsten

Der Kanton Bern glänzt insbesondere im Bereich der Elektroheizungen: Gebäudeeigentümer sind verpflichtet, diese bis ins Jahr 2032 zu ersetzen. Aus dem Abschlussbericht des Ratings geht zudem hervor, dass sich Bern im Kantonsvergleich die strengsten Ziele setzt. Handlungsbedarf bestehe vor allem im Bereich der Vorschriften zur Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Beispielsweise könnte er Liegenschaftsbesitzer bei einem Heizungsersatz zur Nutzung erneuerbarer Energie verpflichten.

Insgesamt gehört Bern zur Gruppe der Vorreiter-Kantone. Und die machen WWF-Energieexperte Elmar Grosse Ruse Hoffnung: «Diese Kantone zeigen, dass es geht und wie es geht.» Das Gesamtbild sei aber unbefriedigend: «Zu viele Kantone machen ihre Hausaufgaben nicht. Ihre Politik ist alles andere als enkeltauglich.» Für die Energiewende sollten alle Kantone mehr tun.

Volk will Energiewende

In den ersten Januartagen werden die kantonalen Energiedirektoren die neuen Mustervorschriften für die Energiepolitik der Kantone verabschieden – ihre Energiestrategie. Die Analyse hebt auch hervor: Das Volk will eine kantonale Energiewende. In sieben von neun Fällen haben die Stimmbürger bei kantonalen Abstimmungen in den letzten zwei Jahren Vorlagen für eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftliche Energieversorgung zugestimmt.

Die Rangliste der WWF-Studie:

Vorreiter

1. Thurgau 2. Basel-Landschaft 3. Basel-Stadt

4. Bern

5. Freiburg 6. Genf 7. Schaffhausen 8. Appenzell Ausserrhoden 9. Glarus

Mitläufer

10. Graubünden 11. Wallis 12. Neuenburg 13. Waadt 14. Zürich 15. Solothurn 16. St. Gallen 17. Uri

Nachzügler

18. Aargau 19. Jura 20. Tessin 21. Obwalden 22. Luzern 23. Zug 24. Nidwalden 25. Schwyz 26. Appenzell Innerrhoden

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