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Kanton zahlt mehr Geld für die Ausreise

Abgewiesenen Asylsuchenden wird die Heimkehr mit höheren Beträgen schmackhaft gemacht.

Die Container des Durchgangszentrums im Bieler Bözingenfeld: Gemäss früheren Angaben soll dieses zum Rückkehrzentrum umgenutzt werden.
Die Container des Durchgangszentrums im Bieler Bözingenfeld: Gemäss früheren Angaben soll dieses zum Rückkehrzentrum umgenutzt werden.
Adrian Moser

Im Frühling werden rechtskräftig abgewiesene Asylsuchende im Kanton Bern auf drei verschiedene Standorte verteilt. Die heutigen Kollektivunterkünfte in Aarwangen, Biel und Gampelen werden in Rückkehrzentren umfunktioniert: Sie werden zur letzten Station für Menschen, die hier nicht erwünscht sind. An diesen Standorten erhalten die Abgewiesenen Nothilfe und werden auf die Rückkehr in ihren Heimatstaat vorbereitet.

Die drei Zentren stehen als solche im Frühling bereit: «Gampelen ab April, Biel-Bözingenfeld ab Juni und Aarwangen ab Juli», konkretisiert Sicherheitsdirektor Philippe Müller. Gegen 500 Plätze stünden dann zur Verfügung.

Wer einen rechtskräftigen Wegweisungsentscheid im Kanton Bern erhalten hat, wird einem der drei Zentren zugewiesen. Per Brief werden die Betroffenen über die Änderungen in diesen Tagen informiert, wie Müllers Direktion festhält. 390 Adressaten wurden angeschrieben, Einzelpersonen und Familien.

Wer sich nicht für eine selbstständige Ausreise entscheidet, dem wird diese schmackhaft gemacht. Der Kanton bietet regulär finanzielle Rückkehrhilfe an, zahlt also für die Ausreise. Bisher wurden 500 Franken an Einzelpersonen und bis zu 2000 Franken an Familien gezahlt, etwa für den Aufbau eines Geschäfts im Heimatstaat. Nun sind es 1500 beziehungsweise 5500 Franken unter der Bedingung, dass die Empfänger sich bis Ende Februar anmelden und bis Ende März ausreisen.

«Es kann auch etwas mehr sein», sagt Müller. Zwar sei keine Obergrenze festgelegt worden, aber erst einmal seien im Rahmen eines aussergewöhnlichen Falles 10'000 Franken bezahlt worden. Bezahlt werde dieser Anreiz von seiner Direktion und dem Staatssekretariat für Migration. Die Abgewiesenen müssten ja ohnehin gehen. «Dadurch haben sie die Chance, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.»

Familien mit schulpflichtigen Kindern werden ausserdem vom kantonalen Migrationsdienst zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, um auf ihre «besonderenBedürfnisse» Rücksicht zu nehmen.

2 Millionen Differenz

Die drei Zentren führt die umtriebige Asylorganisation ORS Service AG. Sie hat sich in der Ausschreibung gegen Caritas und Heilsarmee durchgesetzt. Wie der «Bund» berichtet, offerierte ORS den fünfjährigen Betrieb für 3,28 Millionen Franken. Heilsarmee und Caritas hätten dafür 5,25 und 5,54 Millionen Franken verlangt. Diese Differenz kann auch Müller nicht erklären, weil er in das Auswahlverfahren nicht miteinbezogen wird. Er sieht darin die Bestätigung, dass das Asylwesen ein «knallhartes Business» sei.

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