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Schnegg stoppt Projekt

Der Kanton Bern stellt ein Projekt für die ambulante Palliativversorgung vorerst zurück. Von Fachpersonen wird dies kritisiert.

Ein Projekt zur Förderung mobiler Palliativdienste ist vorerst gestoppt.
Ein Projekt zur Förderung mobiler Palliativdienste ist vorerst gestoppt.
Keystone

Der Verein Palliative Bern ist alarmiert. Er befürchtet, dass der geplante Modellversuch für eine ambulante Palliativversorgung dem vom Regierungsrat angekündigten Sparpaket zum Opfer fällt.

Gemäss einem Bericht im «Bund» ist das Projekt von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion sistiert worden. Dieses sah vor, im ganzen Kanton Strukturen aufzubauen, damit unheilbar kranke Menschen zu Hause oder im Pflegeheim sterben können statt im Spital. Ohne mobile Palliativdienste ist dies nicht möglich.

Aktuell gibt es ein solches Angebot nur in der Region Thun und im Berner Jura.Mit einer ambulanten Versorgung könnten insbesondere auch Kosten gespart werden, schreibt der Verein Palliative Bern in einer Mitteilung. Denn Sterben im Spital sei teurer als zu Hause.

Experten gehen davon aus, dass der Kanton zwischen 15 und 400 Millionen Franken pro Jahr sparen könnte, wenn er das Projekt umsetzen würde. Deshalb wehren sich der Verein sowie andere ­Akteure der Palliative Care entschieden gegen die Sistierung des Projekts und fordern den Regierungsrat auf, das Vorhaben «so rasch als möglich umzusetzen».

Schnegg will abwarten

Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) betont, dass der Modellversuch einer ambulanten Palliativversorgung nicht gestrichen worden sei. «Es wäre aber nicht seriös, ein Projekt zu bewilligen, solange nicht klar ist, wo wir sparen müssen», sagt der Gesundheitsdirektor. Deshalb werde er keine neuen Vorhaben bewilligen, bis die Sparmassnahmen vom Regierungsrat definiert worden sind. «Schlimmer als eine Verzögerung von einigen Monaten wäre, wenn ich ein bereits gestartetes Projekt im Sommer wieder abbrechen müsste.»

Innerhalb der GEF sei eine Liste von möglichen Sparmassnahmen erstellt worden. Was für Posten darauf aufgeführt sind, will Schnegg nicht konkret sagen. Klar ist aber, dass es im Gesundheits- und Sozialwesen viele gebundene Ausgaben gibt, die kaum beeinflussbar sind. Entsprechend dürften tatsächlich neue Projekte wie jenes der Palliativversorgung in den Fokus der Sparbemühungen rücken.

mab

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