Zum Hauptinhalt springen

Schon 1585 Rinder geschlachtet

Im Frühling mussten im Kanton Bern von 100'000 getesteten Rindern 1'585 geschlachtet werden. Bei ihnen wurde ein Virus entdeckt, das in der Schweiz ausgerottet werden soll.

Jetzt werden weitere 200'000 Rinder getestet. Rinder, die sich mit der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD) angesteckt haben, können wiederholt an Durchfall und Lungenentzündung leiden. Oft sterben infizierte Tiere, bevor sie zwei Jahre alt sind. Im Frühling entdeckte ein Berner Tierarzt das Virus bei einer Kuh. Wie auch ihr Kalb musste die Kuh geschlachtet werden, obwohl die Krankheit nicht ausgebrochen war. Denn die Schweiz will die Seuche ausrotten.

BVD bedeutet nebst Krankheiten auch «Totgeburten und schlecht wachsende Tiere», schreibt das Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet). Werde BVD ausgerottet, könne der Schweizer Landwirtschaft ein jährlicher Verlust von rund 10 Millionen Franken erspart werden. Die Ausrottung kostet rund 60 Millionen Franken. Laut Bvet bezahlen die Rinderhaltenden einen Drittel dieser Kosten selber. 100 000 Berner Rinder durften im Frühsommer erst auf die Alp, als klar war, dass sie den Erreger nicht in sich trugen. Die Tierärzte waren mit Probenahmen gefordert.

1585 Rinder wurden positiv getestet und mussten geschlachtet werden. Schweizweit landeten 6600 Rinder beim Metzger.

Jetzt erst recht

Jetzt müssen die Berner Tierärzte bei weiteren 200 000 Rindern Proben entnehmen. Sie machen das, indem sie dem Tier eine Ohrmarke verpassen. Dabei stanzen sie dem Rind ein kleines Loch ins Ohr. Dieses Hautteilchen landet dann im Labor. Damit dieses nicht mit Ohrteilchen überschüttet wird, hat Kantonstierarzt Christian Huggler seine Tierärzte gestaffelt losgeschickt.

Bauern knipsen Kälber

Den Landwirten wurde empfohlen, genau hinzuschauen. Denn bei jedem Kälblein, das seit Oktober auf die Welt kommt, müssen sie die Ohrmarke selber setzen. Jeder Rindviehhalter wurde mit Ohrmarken und einer speziellen Zange ausgerüstet. Bis Ende 2010 muss jedes neugeborene Kalb getestet werden. «Danach sollte das Virus eigentlich ausgerottet sein», sagt Huggler. Ab 2011 werde dann nur noch die Milch von Kühen, die frisch gekalbt haben, untersucht – in der Hoffnung, dass sich keine Antikörper mehr nachweisen lassen werden. Die von langer Hand vorbereitete Aktion, bei der schweizweit 1,5 Millionen Tiere getestet werden, wurde unverhofft noch riesiger: Denn gleichzeitig mussten auch alle Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden.

Huggler bezweifelte im Frühling, dass die Berner Tierärzte diese zusätzliche Aufgabe meistern könnten. Er dachte schon daran, Laien in die Kunst des Impfens einzuführen. Heute aber sagt er: «Gemäss den Rückmeldungen haben sich die Tierärzte sehr gut organisiert.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch