Spital Moutier: Bern will mehr als eine Option

Der Kanton Bern ist nicht zufrieden mit dem Vorschlag, das Spital alternativlos in ein Psychiatriezentrum umzuwandeln.

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(Bild: Adrian Moser)

Die Berner Kantonsregierung fordert, dass für die Zukunft des Spitals Moutier auch andere Optionen als die eines Psychiatriezentrums ernsthaft geprüft werden. «Der Regierungsrat kann nicht nachvollziehen, wie die interkantonale Arbeitsgruppe dazu kommt, andere Varianten aus wirtschaftlichen Gründen zu verwerfen», heisst es in der ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung.

Weiter betont der Regierungsrat, dass die Diskussionen über einen Ausbau der Psychiatrieversorgung am Standort Moutier nicht isoliert geführt werden dürfen. Vielmehr brauche es eine Gesamtsicht. Gar nicht infrage kommt für Bern, den Ausbau der Psychiatrieversorgung weiterzuverfolgen, ohne die zweisprachige Region Biel-Seeland mitzuberücksichtigen.

Er betont auch, dass die Schliessung der bernjurassischen Psychiatrieabteilung in Bellelay Fragen aufwerfe. Eine Lösung für das Spital Moutier müsse «in erster Linie medizinischen und wirtschaftlichen und nicht politischen Anforderungen entsprechen».

Dass die Debatte um die Zukunft des Spitals Moutier so heftig geführt wird, hat damit zu tun, dass die Institution im Berner Jura ein wichtiger Arbeitgeber ist. So wurde das Spital in der Frage eines Wechsels des Städtchens Moutier zum Kanton Jura zum Zankapfel. Nachdem die Statthalterin des Berner Jura die Abstimmung für den Kantonswechsel für ungültig erklärt hat, ist Moutiers Zugehörigkeit und die Zukunft seines Spitals weiterhin in der Schwebe.

Der Ärger der Berner Regierung geht auch darauf zurück, dass sie 2017 einen Verkauf des Spitals an eine private oder gemischte Trägerschaft als Option vorschlug. Dies sorgte bei den Behörden des Kantons Jura für Verstimmung. Sie reichten beim Bundesgericht Klage ein, die sie aber später wieder zurückzogen. Eine interkantonale Arbeitsgruppe unter der Ägide der Eidgenossenschaft sollte nun Szenarien entwerfen.

Die Berner Kantonsregierung bedauert in ihrer Mitteilung, dass die Option einer unabhängigen, gemischten Trägerschaft mit keinem Wort erwähnt werde. Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) zeigte sich gegenüber dieser Zeitung schon wiederholt überzeugt, dass der Kanton Jura – entgegen seinen Versprechen– ein Vollspital Moutier samt der somatischen Abteilung nicht aufrechterhalten wolle.

Das Spital des Kantons Jura habe schon in Delsberg, Pruntrut und Saignelégier Ableger. Aus dieser Berner Optik kommt der Vorschlag der Arbeitsgruppe, Moutier zum Psychiatriezentrum zu machen, den jurassischen Behörden entgegen. Sie müssten dann nicht Farbe bekennen.

svb

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