Staatsrat kontert Kritik

Kanton Freibung

Mehrere Grossräte hatten das Freiburger Kantonsspital kritisiert. Nun beschwichtigt der Staatsrat, räumt aber gleichzeitig Mängel ein.

Das Kantonsspital Freiburg.

Das Kantonsspital Freiburg.

(Bild: Charles Ellena)

Der Freiburger Staatsrat will, dass sich Patienten am Kantonsspital auf Deutsch oder Französisch ausdrücken können. Dies schreibt er in einer Antwort auf einen Vorstoss von Gilberte Schär (SVP). Laut dem Staatsrat baut das Freiburger Spitalnetz (HFR) die Zweisprachigkeit aus.

So würden den Mitarbeitenden Sprachkurse angeboten. Weiter bilde das Kantonsspital zweisprachige Teams. Bei der Rekrutierung erhielten Bewerber mit besseren Sprachkompetenzen bei gleicher Qualifikation den Vorzug. Auf bestimmten Abteilungen könne es aber vorkommen, dass nicht jederzeit Personal deutscher Muttersprache anwesend sei. Das HFR baue jedoch die Zweisprachigkeit weiter aus.

«Verallgemeinerte Fälle»

Ruedi Vonlanthen und Isabelle Portmann (beide FDP) hatten kritisiert, am HFR stehe zu wenig Platz und Personal für sorgfältige Behandlungen zur Verfügung. Sie sprachen unter anderem von ­gravierenden Fehldiagnosen. Der Staatsrat kontert, die Grossräte würden nicht überprüfbare Fälle verallgemeinern. Er räumt aber ein, dass die Zahl komplexer Fälle zunimmt. Es sei schwierig, genügend qualifiziertes Personal zu finden. Dadurch müssten Ärzte ein­geschränkte Sprechstunden­zeiten anbieten.

Besonders schwierig sei die Rekrutierung für die Behandlung von Krebserkrankungen. Bis Ende Oktober solle die Abteilung immerhin mehr Platz erhalten. Wie der Staatsrat weiter schreibt, habe das HFR seit 2012 über 200 Vollzeitstellen geschaffen, um die höhere Arbeitslast zu bewältigen.

Eric Collomb (CVP) hatte bemängelt, die Aufhebung der neuen Abteilung für Elektrophysiologie habe dem Ruf des Spitals geschadet. Laut dem Staatsrat wurde die Abteilung im Frühling 2015 provisorisch in einem Radio­logiezimmer eingerichtet. Die Schaffung eines eigenen Behandlungszimmers sei komplexer als angenommen. Weil die proviso­rische Lösung langfristig nicht tragbar gewesen sei, sei der Betrieb bis zur definitiven Lösung ausgesetzt worden.

sos/FN

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