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Streit um Pestizidverbot

Die Berner Bauern sehen keine praktikable Alternative zu Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil.

«Das Pestizid Chlorothalonil ist nicht ohne weiteres ersetzbar», sagt Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes (Bild).
«Das Pestizid Chlorothalonil ist nicht ohne weiteres ersetzbar», sagt Hans Jörg Rüegsegger, Präsident des Berner Bauernverbandes (Bild).
Andreas Blatter

Das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil und seine Abbauprodukte sind zurzeit im Fokus. Rückstände davon finden sich etwa im Trinkwasser von Kappelen und Roggwil. Da der Stoff in hohen Konzentrationen krebserregend sein könnte, will der Bund das Pflanzenschutzmittel bald verbieten. Falls keine Beschwerden eingehen, wird das Verbot bereits in diesem Herbst in Kraft treten.

Dies erwartet auch der Kanton Bern. Falls dem Pestizid die Zulassung nicht auf Bundesebene entzogen wird, behalte sich der Kanton Bern sogar vor, selbst die Anwendung zu untersagen. Dies schreiben die kantonalen Behörden in einer Medienmit­teilung vom Freitag. Es handle sich dabei um eine Vorsorgemassnahme, da nicht erwiesen sei, ob diese Stoffe ungefährlich seien.

Wie das Bundesamt für Landwirtschaft auf Nachfrage sagt, gibt es für die Anwender genügend Alternativen, die zugelassen und nach heutigem Wissensstand unbedenklich sind.

Der Präsident des Berner Bauernverbandes Hans Jörg Rüegsegger sieht das anders: «Das Pestizid Chlorothalonil ist nicht ohne weiteres ersetzbar.» Er kritisiert, dass das Bundesamt für Landwirtschaft lediglich den technischen Aspekt berücksichtige. Aus praktischer Sicht sei das Pflanzenschutzmittel nicht ohne weiteres auszuwechseln.

Der Aufwand mit anderen Mitteln sei bedeutend grösser, da sie in grösseren Mengen und häufiger auf die Felder gesprüht werden müssen. Ein Verbot sei heikel, sagt Rüegsegger: «Das könnte zur Folge haben, dass wir vermehrt Lebensmittel importieren müssen.» (mgo)

SDA/tag

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