Tramabstimmung: Regierung hofft auf Solidarität im Kanton

Bern

Am Donnerstag machte sich die Kantonsregierung stark für das Tram von Bern nach Ostermundigen. Für die Abstimmung am 4. März appelliert der Regierungsrat an die innerkantonale Solidarität.

Warum sich der Aarwangener Gemeindepräsident Kurt Bläuenstein für das Tram Bern-Ostermundigen einsetzt.

Der Regierungsrat des Kantons Bern empfiehlt bei der Abstimmung am 4. März den Stimmberechtigten ein Ja zum Kantonsbeitrag an den Bau einer neuen Tramlinie zwischen Bern und Ostermundigen.

Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer setzte sich an einer Medienkonferenz am Donnerstag in Bern «aus Überzeugung, mit Herzblut, Freude und Elan» für ein Ja zum Kantonsbeitrag von rund 102 Millionen Franken ein. Sie appellierte an die «innerkantonale Solidarität», die bisher stets funktioniert habe.

Die innerkantonale Solidarität habe beispielsweise 2017 schon bei der Abstimmung über die Umfahrung Aarwangen gespielt, befand der Gemeindepräsident von Aarwangen, Kurt Bläuenstein. Nun sei auf dem Land die Solidarität mit der Stadt gefragt.

Innerkantonale Solidarität: Die Berner Verkehrsdirektorin vergleicht das Tram Bern-Ostermundigen mit der Umfahrung Aarwangen. Video: Florine Schönmann

Mit dem Vergleich zur Umfahrung Aarwangen und der Anwesenheit von Kurt Bläuenstein wollte Egger zeigen, «dass wir Projekte auf dem Land Projekte realisieren und nicht nur in der Stadt bauen». Weil die Bernerinnen und Berner immer mobiler werden, müsse die Verkehrsinfrastruktur auf dem Land und in der Stadt angepasst werden, stellte Regierungsrätin Egger-Jenzer fest. «Jede Region braucht die Infrastruktur, die für sie am besten ist», betonte sie.

«Kein Luxusprojekt»

Zwischen Bern und Ostermundigen sei das Tram das geeigneteste Verkehrsmittel, findet der Regierungsrat. Denn bis 2040 werde die Nachfrage auf der Buslinie zwischen Bern und Ostermundigen in den Hauptverkehrszeiten um 40 Prozent steigen. Die zusätzlichen Passagiere könnten die Busse nicht mehr aufnehmen.

«Die Umstellung auf das Tram ist die einzige sinnvolle Variante, um die nötige Transportkapazität auch in den nächsten Jahrzehnten zu sichern», so Regierungsrätin Egger-Jenzer.

Die Kapazitätsprobleme liessen sich weder mit der S-Bahn noch mit einem dichteren Bus-Takt lösen, ist die Regierung überzeugt. Weil das Tram mehr Passagiere aufnehmen könne und deshalb weniger häufig fahre, behindere es den Autoverkehr weniger als die im dichten Takt verkehrenden Busse. Bei den meisten Haltestellen könnten die Autos das Tram sogar überholen.

Sie wehrte sich am Donnerstag auch gegen den Vorwurf der Gegner, das Projekt sei ein «Luxus-Tram»: «Wenn ein Projekt in den Grossen Rat kommt, wird es eingehend geprüft. Wenn es ein Luxusprojekt wäre, hätte Rat nicht in dieser Deutlichkeit Ja gesagt», ist die Verkehrsdirektorin überzeugt. Das Parlament stimmte dem Tram im Juni 2017 mit 79 zu 40 Stimmen mit 21 Enthaltungen zu.

mib/flo/pd

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