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Über die Hälfte der Berner Gemeinden schreibt rote Zahlen

Mehr als die Hälfte der 382 bernischen Gemeinden hat 2012 rote Zahlen geschrieben. Kein Grund zu grosser Sorge, findet die Kantonsregierung, denn die Gemeinden verfügen nach wie vor über Eigenkapitalpolster.

Die meisten Berner Gemeinden stecken in den roten Zahlen - aber die Kantonsregierung (im Bild Finanzdirektorin Beatrice Simon) nimmts gelassen.
Die meisten Berner Gemeinden stecken in den roten Zahlen - aber die Kantonsregierung (im Bild Finanzdirektorin Beatrice Simon) nimmts gelassen.
Keystone

Mehr als die Hälfte der 382 bernischen Gemeinden hat 2012 rote Zahlen geschrieben. Durchschnittlich 55 Franken pro Einwohner beträgt das Defizit. Kein Grund zu grosser Sorge, findet die Kantonsregierung, denn die Gemeinden verfügen nach wie vor über Eigenkapitalpolster.

Dem durchschnittlichen Aufwandüberschuss von 55 Franken pro Person steht ein durchschnittliches Eigenkapital von 1139 Franken gegenüber, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Zudem hätten die Gemeinden im Durchschnitt mehr Investiert, nämlich 458 Franken je Einwohner. Die höchsten Investitionsausgaben erfolgten in den Bereichen Umwelt und Raumordnung, gefolgt von Verkehr und Bildung.

Grösster Aufwandposten für die Gemeinden war auch letztes Jahr die Soziale Wohlfahrt mit 1671 Franken pro Einwohner. Dieser Wert stieg 2012 erneut an. Die Ausgaben für Kultur und Gesundheit hingegen gingen etwas zurück.

Der Steuerertrag als grösste Einnahmequelle der Gemeinden stagnierte mit 2460 Franken pro Person auf Vorjahresniveau.

Indikatoren leicht rückläufig

Die üblichen Indikatoren, die Aufschluss über die finanzielle Gesundheit der Gemeinden geben, waren letztes Jahr leicht rückläufig. Der Selbstfinanzierungsgrad der Gemeinden lag mit 95,2 Prozent erstmals seit langem unter den angestrebten 100 Prozent. Er zeigt, wie viel Mittel einer Gemeinde zur Verfügung stehen, um Investitionen zu tätigen oder Schulden zu tilgen.

Doch die Mehrheit der bernischen Gemeinden befinde sich nach wie vor in einer guten bis sehr guten finanziellen Situation, betont der Regierungsrat. Die Finanzlage halte sich im Mehrjahresvergleich auf einem hohen Niveau.

26 Gemeinden am FILAG-Tropf

Wichtige finanzpolitische Instrumente im Kanton Bern sind der Finanz- und Lastenausgleich (FILAG) und die Massnahmen für besonders belastete Gemeinden, dazu gehören etwa Abgeltungen an die Städte für ihre Zentrumslasten.

2012 gehörten 43 Gemeinden (Vorjahr 66) zu den FILAG-Nettozahlern. Eine Gemeinde ist so hablich, dass sie mehr als die Hälfte ihres ordentlichen Steuerertrags in den Lastenausgleich einspeist. Dabei handelt es sich gemäss Kartenmaterial des Kantons um die Gemeinde Guttannen mit ihren rund 350 Einwohnern.

Die Gemeinde ist flächenmässig die grösste im Kanton Bern, allerdings ist nur ein sehr kleiner Teil davon nutzbar, der Rest sind nicht urbare Berge und Gletscher. Seit jeher profitiert die Gemeinde stark von den Kraftwerken Oberhasli, die in der Grimselregion in grossem Stil die Wasserkraft nutzen.

Goldesel Muri und Gstaad

Starke Zahler sind generell die Gemeinden rund um die Stadt Bern, vorab die Berner Vorortsgemeinde Muri. Auch die Gemeinde Saanen mit dem Nobelferienort Gstaad gehört zu den grossen Gebern.

Am anderen Ende der Skala befinden sich jene 26 Gemeinden die am stärksten am FILAG-Tropf hängen. Sie beziehen mehr Leistungen als sie eigenen ordentlichen Steuerertrag generieren. Diese Gemeinden befinden sich vorab im Berner Oberland, im Emmental und im Berner Jura. Zahlungen aus dem Finanzausgleich erhielten letztes Jahr insgesamt 265 Gemeinden.

Der Kanton Bern erhebt jedes Jahr statistische Daten zur Finanzlage der Gemeinden. Die Auswertung der Daten mit umfassendem Bericht ist Teil der Aufsichtstätigkeit des Kantons. Der Regierungsrat hat den Bericht und die Zahlen 2012 wiederum mit Befriedigung zur Kenntnis genommen.

SDA/tan

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