Zum Hauptinhalt springen

Uni Bern muss ihre Effizienz weiter steigern

Die Uni Bern steckt im Dilemma: Trotz knapper Finanzen muss sie wachsende Studierendenzahlen und neue Herausforderungen meistern. Da hilft laut Rektor Martin Täuber nur eins: Die vorhandenen Mittel seien noch effizienter zu nutzen.

Die Uni Bern muss sich steigern, ohne ihre Dynamik zu verlieren.
Die Uni Bern muss sich steigern, ohne ihre Dynamik zu verlieren.
Claudia Salzmann

Aus der Not eine Tugend machen – so lautet das Motto für die Zukunftsstrategie der Uni Bern. Zwangsläufig. Denn eines ist klar: Mit mehr Geld vom Kanton wird sie auf absehbare Zeit nicht rechnen können. In Zeiten knapper Finanzen bleibt auch die Bildung nicht vor dem Rotstift verschont.

Der neue Rektor Martin Täuber macht sich denn auch keine Illusionen. Mit Blick auf die grossrätliche Budgetdebatte von vergangener Woche meinte er in seiner Begrüssungsrede zum 177.Dies academicus daher nur lapidar: «Immerhin bleiben die Mittel stabil.»

Grund zur Zuversicht gibt Täuber trotz des engen finanziellen Korsetts die Entwicklung der Uni in der Ära seines Vorgängers Urs Würgler, die er als «Zeit des Aufbruchs» würdigte. Mit der unter ihm erarbeiteten Gesamtstrategie, lobte Täuber, habe Würgler das Profil der Hochschule geschärft und sie für die schwierige Zukunft fit gemacht: «Die Universität Bern ist dynamisch und verfügt über einen respektablen Leistungsausweis.» Im harten Wettbewerb habe sie sich insbesondere bewährt mit einer hohen Qualität in Forschung und Lehre, der engen Anbindung an die Region Bern und der Schaffung neuer Forschungszentren.

Daran will Täuber mit seiner neuen Unileitungscrew nun anknüpfen – obwohl die Rahmenbedingungen noch schwieriger geworden seien. Die Forschungszentren, so Täuber, seien etwa nur möglich gewesen, weil man die Ressourcen intern umverteilt und gleichzeitig Drittmittel in erheblichem Umfang eingeworben habe. Doch viel Spielraum bleibe in diesem Bereich nicht mehr.

Trotzdem führt auch künftig kein Weg daran vorbei, weitere Drittmittel zu akquirieren, wie Täuber die künftige Unistrategie skizzierte, zu der auch vermehrte Allianzen und Kooperationen gehören. Evaluationen auf allen Ebenen sollen zudem Potenzial aufzeigen, die Effizienz weiter zu steigern, ohne die Dynamik zu verlieren. Schliesslich stellte Täuber auch in Aussicht, die Umsetzung des Bologna-Systems zu überarbeiten. Einerseits um den Mittelbau zu entlasten, andererseits um die weitere Verschulung der Uni zu verhindern.

Pulvers Abstimmungsappell

Da konnte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) nur beipflichten: «Die Uni muss ein Ort des freien Denkens bleiben.» Der Regierungspräsident sagte Täuber denn auch alle Unterstützung bei dessen Vorhaben zu.

Pulver bemühte sich zudem, die beschlossene Erhöhung der Studiengebühren ins richtige Licht zu rücken. Die Alternative wäre gewesen, die Volluniversität aufzugeben und Studiengänge zu streichen: «Das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.» Finanzpolitik sei eben immer auch Bildungspolitik, betonte Pulver und appellierte dann ans Publikum, das zu bedenken, wenn erneut über den Volksvorschlag zur Senkung der Motorfahrzeugsteuer abgestimmt werde. Denn mit einer Annahme würde sich der Spardruck auf die Uni weiter erhöhen – aber: «Man kann die Zitrone nicht immer weiter auspressen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch