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Masernfälle nehmen zu – 50 Schüler vom Unterricht ausgeschlossen

Seit Jahresbeginn gab es im Kanton Bern bereits 37 Masernfälle – das sind zehnmal mehr Erkrankungen als in den drei vergangenen Jahren zusammen. Betroffene Schüler dürfen nicht mehr zum Unterricht.

Seit Anfang Jahr wurden dem Kantonsarztamt ungewöhnlich viele Masernfälle gemeldet (Symbolbild).
Seit Anfang Jahr wurden dem Kantonsarztamt ungewöhnlich viele Masernfälle gemeldet (Symbolbild).
Keystone

In den letzten Jahren erkrankten im Kanton Bern nur vereinzelt Personen an Masern. Dieses Jahr aber ist das anders: Seit Anfang 2019 zählt das Kantonsarztamt bereits 37 Fälle. Neben Kindern seien auch Erwachsene betroffen. Einige Personen mussten mit mittleren bis schweren gesundheitlichen Problemen ins Spital gebracht werden. In seltenen Fällen können Masern zu Lungenentzündung oder Hirnentzündung führen.

Der Grund für die aktuelle Häufung liegt gemäss Kantonsärztin Linda Nartey an internationalen Masernausbrüchen etwa in der Ukraine oder in Indonesien. «In der Ukraine ist die Impfrate im Rahmen des kriegerischen Konfliktes gesunken.» Durch die Reisetätigkeit breite sich die Ansteckungskrankheit in andere Regionen und Länder aus. Und so ist sie auch in die Schweiz gelangt. Masernviren werden durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen übertragen.

Im Februar wurde bekannt, dass an der Bieler Rudolf-Steiner-Schule ein Dutzend Schülerinnen und Schüler an Masern erkrankt sind. Seither sind dort weitere Fälle hinzugekommen. Neben der Region Biel sei nun vor allem die Region Bern von der Häufung betroffen, sagt Nartey. Aber auch in anderen Regionen wie etwa dem Oberland sei es zu Erkrankungen gekommen.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden in den Regionen Bern und Biel insgesamt rund 50 Schülerinnen und Schüler von der Schule ausgeschlossen. Dabei handelt es sich um nicht geimpfte Personen, die mit Masernpatienten in Kontakt gekommen waren und nicht innerhalb von 72 Stunden geimpft werden konnten.

Impfrate erhöhen

Das Kantonsarztamt hat die Massnahmen zur Bekämpfung von Masern seit Anfang Jahr verstärkt. Kontaktpersonen von Erkrankten werden identifiziert und deren Impfstatus überprüft. Nicht geimpften Personen wird die Impfung empfohlen. Auch werden Ärzte für das Thema sensibilisiert.

Die Impfrate im Kanton Bern liegt bei rund 90 Prozent, in einzelnen Altersklassen bei 95 Prozent. Das Ziel ist eine durchgehende Rate von 95 Prozent. «Es geht nicht nur um den persönlichen Schutz, sondern auch um den Schutz von anderen Personen, die sich nicht selber schützen können oder dürfen», sagt Nartey. Dazu gehörten beispielsweise schwangere Frauen, Säuglinge und Menschen mit einem unterdrückten Abwehrsystem.

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