«Wenn Werner mal aufhört, musst du in die Hosen»

Regierungsrätin Beatrice Simon erklärt, wie es zur Kandidatur für den Ständerat kam. Und sie betont, dass sie nicht primär die BDP retten will.

Im Interview erklärt Beatrice Simon, weshalb sie als kantonale Finanzdirektorin nun auf einen Sitz im nationalen Parlament schielt. (Interview: Philippe Müller, Kamera/Schnitt: Martin Bürki)

Frau Simon, wie gross war das Drängen Ihrer Partei, dass Sie für den Ständerat kandidieren?
Beatrice Simon: Ich lasse mich aus Prinzip nicht in etwas hineindrängen. Denn dann könnte ich nicht aus Überzeugung hinstehen. Es war meine Entscheidung, aber ich habe es mir nicht leicht gemacht.

Der Druck der Partei war aber vorhanden.
Man hat mir seit längerer Zeit immer mal wieder gesagt: «Wenn Werner mal aufhört, musst dann du in die Hosen steigen.» Das ist verständlich, weil ich eines der bekanntesten Gesichter der Berner BDP bin. Aber ich mache das nicht primär für die Partei, sondern weil es für mich stimmt und ich es wirklich will.

Wie lange mussten Sie über die Ständeratskandidatur nachdenken?
Werner Luginbühl hat uns kurz vor Weihnachten mitgeteilt, dass er nicht mehr antritt. Seither habe ich mich intensiv damit auseinandergesetzt.

Warum will eine Exekutivpolitikerin künftig in einem Parlament politisieren?
Es ist natürlich so, dass sehr viele Entscheide, die dann die Kantone mittragen müssen, auf nationaler Ebene gefällt werden. Ich habe den Eindruck, dass ich einen entsprechend gefüllten Rucksack am Rücken trage mit vielen Erfahrungen. Das könnte ich im Ständerat einbringen.

Als Regierungsrätin sind Sie zeitlich stark beansprucht. Wie viel Zeit werden Sie für den Wahlkampf aufwenden können?
Ich habe das Glück, dass ich als Regierungsrätin in der Bevölkerung bereits bekannt bin. Ich werde einen überschaubaren Wahlkampf führen, der vor allem am Wochenende stattfinden wird.

Falls Sie die Wahl in den Ständerat verpassen sollten: Würden Sie dann als Regierungsrätin zurücktreten?
Nein. Warum auch?

Hätten Sie die Motivation dann überhaupt noch?
Ich würde bei einer Nichtwahl sehr gerne, motiviert und mit vollem Engagement als Finanzdirektorin weiterarbeiten.

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