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Widerstand gegen Sexualkundeunterricht im Lehrplan 21

Grossrätinnen und Grossräte aus den Reihen von SVP, EVP und EDU wollen den Kanton verpflichten, den Sexualkundeunterricht an den Schulen im bisherigen Rahmen beizubehalten.

Der Sexualkundeunterricht sorgt für Zündstoff (Themenbild).
Der Sexualkundeunterricht sorgt für Zündstoff (Themenbild).
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In erster Linie sollen die Eltern für die Aufklärung der Kinder verantwortlich sein.

EVP- und EDU-Exponenten fordern in einer Motion, dass sich die Grobziele und Inhalte der Sexualerziehung im neuen Lehrplan 21 am aktuell geltenden Modell orientieren. Wie bisher sollen Eltern ihr Kind vom Unterricht dispensieren lassen können.

Die Sexualerziehung müsse zudem alters- und stufengerecht erfolgen, fordern die Vertreter der beiden christlichen Parteien.

Plakativer formulieren es drei SVP-Grossratsmitglieder in ihrem Vorstoss: sie sprechen von einem Skandal und von an Pornographie grenzenden Lerninhalten. Nach Lesart der SVP soll mit dem neuen Lehrplan 21 ein Obligatorium für Sexualkunde an der Volksschule eingeführt werden.

Gemüter besänftigen

Die Kantonsregierung versucht in ihrer am Montag publizierten Antwort, die Gemüter etwas zu besänftigen. An der Ausrichtung der Sexualkunde dürfte sich mit dem neuen Lehrplan kaum etwas ändern, schreibt der Regierungsrat.

Das bisherige Modell habe sich ja erfolgreich etabliert und kaum Anlass zu Diskussionen gegeben. Die Sexualerziehung werde weiterhin als gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule angesehen.

Die meisten Punkte der beiden Vorstösse erachtet der Regierungsrat ohnehin als bereits erfüllt und empfiehlt die Begehren deshalb zur Annahme unter gleichzeitiger Abschreibung. Die restlichen Punkte will die Regierung als unverbindlichen Prüfungsauftrag entgegennehmen.

Petition auf Bundesebene

Der neue Lehrplan hatte bereits auf Bundesebene konservative Kreise aus der Reserve gelockt. Über 91'000 Menschen unterzeichneten eine von Politikerinnen und Politikern aus SVP, CVP, FDP, EVP und EDU lancierte Petition «gegen die Sexualisierung der Volksschule».

Staub aufgewirbelt hatte vor allem ein Grundlagenpapier zur Sexualpädagogik, das im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit erstellt worden war.

Die Erziehungsdirektorenkonferenz hielt daraufhin fest, dass dieses Papier für den Lehrplan 21 nicht massgebend sei. Dieser werde an der bewährten Praxis festhalten. Insbesondere werde es keinen Sexualkundeunterricht im Kindergarten geben. Der neue Lehrplan soll 2014 vorliegen.

SDA/js

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