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Wind fällt Bäume, stoppt den Verkehr und verletzt vier Menschen

Das Sturmtief «Joachim» hat am Freitag im Kanton Bern zahlreiche Bäume gefällt und damit vielerorts den Strassen- und Bahnverkehr unterbrochen. Bei Tramelan wurden drei Personen bei einer Zugsentgleisung leicht verletzt, bei Champoz ein Automobilist.

Auf dem Propsteiweg in Biel fiel ein Baum auf ein Auto.
Auf dem Propsteiweg in Biel fiel ein Baum auf ein Auto.
Arthur Sieber
Das Auto musste mit Hilfe einer Motorsäge berfreit werden.
Das Auto musste mit Hilfe einer Motorsäge berfreit werden.
Arthur Sieber
«Joachim» hat es Schülern aus Kehrsatz heute Freitag schwer gemacht nach Hause zu laufen. Der Wind habe sie fast mitgerissen, schreiben Alisa Veuve, Dejana Lukic und Dragan Radisavljevic. Zudem seien die Regenschirme zerstört worden.
«Joachim» hat es Schülern aus Kehrsatz heute Freitag schwer gemacht nach Hause zu laufen. Der Wind habe sie fast mitgerissen, schreiben Alisa Veuve, Dejana Lukic und Dragan Radisavljevic. Zudem seien die Regenschirme zerstört worden.
Dragan Radisavljevic, Leserreporter
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Der Zugsunfall bei Tramelan ergeignete sich kurz vor 6.30 Uhr morgens, als eine Komposition der Chemins de fer du Jura (CJ) in einem Wald auf einen Baum prallte, den der Wind gefällt hatte. Trotz einer Notbremsung entgleiste der Triebwagen und ruschte eine Böschung hinab. Der Lokführer und zwei Passagiere wurden leicht verletzt.

Nebst dem Lokführer befanden sich zwölf Passagiere im Zug, der zwischen Tavannes und Tramelan unterwegs war. Die drei Verletzten wurden zur Kontrolle ins Spital gebracht, wie die zuständige Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei mitteilten.

Der Zug war nach Angaben der CJ mit etwa 70 Stundenkilometern unterwegs. Gemäss den Abklärungen der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe des Bundes war dies eine zulässige Geschwindigkeit.

In Champoz - ebenfalls im Berner Jura - fiel um etwa 11 Uhr ein Baum auf ein Auto. Dessen Lenker musste leicht verletzt in ein Spital gefahren werden.

Böen von 170 km/h auf dem Chasseral

Der Jurabogen ist am Freitag vom Sturm «Joachim» voll getroffen worden. Am Freitag wurden auf dem Gipfel des Chasseral im Berner Jura Böen von bis zu 170 Stundenkilometern gemessen.

Diese Windböen fällten auch anderswo im Berner Jura Bäume. So etwa zwischen Moutier und Sonceboz, wo ein Baum auf die SBB- Bahnstrecke fiel und sie unterbrach. Moutier war per Zug auch von Solothurn her nicht mehr erreichbar: Auch zwischen Moutier und Gänsbrunnen SO stoppte ein umgefallener Baum den Zugsverkehr vorübergehend.

Auch zahlreiche Strassen im ganzen Kanton Bern wurden blockiert. Die Kantonspolizei Bern berichtete am Abend über 200 Meldungen im Zusammenhang mit dem Sturm. 124 davon betrafen die Region Biel und Berner Jura. Auf der Regionalen Einsatzzentrale in Biel setzte die Polizei deshalb zusätzliches Personal ein.

Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, doch auch Wasserschäden und beschädigte Hausdächer wurden gemeldet. Am Abend war auch der Bahnverkehr zwischen Langenthal und Solothurn wegen Unwetterschäden zwischen Aarwangen und Niederbipp beeinträchtigt.

Viele Stromunterbrüche

Viel Stress bedeutete «Joachim» für die Monteure des bernischen Energiekonzerns BKW. Sie mussten am Freitag an zahlreichen Orten im Kanton Bern durch Bäume oder Äste beschädigte Leitungen reparieren.

Stromausfälle traten vor allem im Berner Jura, dem Seeland und dem Schwarzenburgerland auf, wie die BKW gegen Abend bekanntgab. Zeitweise waren bis zu 7000 Kunden der BKW ohne Strom. Bis auf 400 Anschlüsse gelang es der BKW überall, die Versorgung wiederherzustellen.

Starker Föhn im Berner Oberland

Windböen von bis zu 180 Stundenkilometer registrierte die Jungfraubahn mit ihren eigenen Messanlagen auf dem Jungfraujoch, wie Geschäftsleitungsmitglied Christoph Schläppi am Freitagmittag auf Anfrage sagte.

Deshalb stellte das Unternehmen vorsorglich den Bahnverkehr zwischen Grindelwald und der Kleinen Scheidegg und zwischen Wengen und dem Jungfraujoch ein. Zwischen Lauterbrunnen und Wengen verkehrten aber die Züge.

Nicht die Sturmwinde des Tiefs «Joachim» bliesen im Jungfraugebiet so heftig, sondern der Föhn. Schläppi sagte am Freitagmittag, in Interlaken, wo die Fronten aufeinanderträfen, sei es windstill.

Auch im Oberland kam es zu einem Streckenunterbruch auf dem Bahnnetz: Zwischen Zweisimmen und Gstaad fällte der Sturm Bäume, wie die SBB mitteilte.

Not-Autoverlad am Lötschberg

Auf der Lötschbergstrecke musste die BLS wegen starker Schneefälle auf der Walliser Seite des Alpenkamms den Autoverlad einschränken. Die Autozüge fuhren ab Kandersteg nicht bis Goppenstein VS, sondern - mit einem reduzierten Fahrplan - bis Brig. Die BLS sprach von einem Not-Autoverlad. Wegen Lawinengefahr war die Zufahrtsstrasse nach Goppenstein für den Verkehr gesperrt worden.

SDA/js

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